Auf Einladung der für den Tiroler Arbeitsmarkt zuständigen Landesrätin Astrid Mair (ÖVP) hat es bereits im Sommer eine gemeinsame Arbeitssitzung von Wirtschaftskammer, den Vertretern der TSD (Tiroler Soziale Dienste) und dem AMS gegeben. Mit dem Ziel, mögliche Synergien auszuloten, was die Integration von Asylwerbern in den heimischen Arbeitsmarkt betrifft. Mair hat ein österreichweit einzigartiges Projekt gestartet. Motto: „Wer da bleiben kann, muss arbeiten können!“
„Der heimische Arbeitsmarkt muss das vorhandene Potenzial voll ausschöpfen können“, sagt Landesrätin Mair zur „Krone“. „Daher müssen wir alle, die arbeiten können, zum Arbeiten bewegen. Und damit auch Asylwerber mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit unkompliziert in den heimischen Arbeitsmarkt integriert werden können, müssen wir Anreize schaffen und auch den heimischen Betrieben unter die Arme greifen!“
Für Mair eine klare Win-win-Situation
Diese Vorgehensweise sei eine klare Win-win-Situation. Für Betriebe, die die Arbeitskräfte dringend benötigen, und für die Asylwerber, die einen strukturierten Tagesablauf haben und sich somit auch besser integrieren können.
„In dieser Form österreichweit einzigartig“
Und was ist bisher geschehen? Zum einen hat die WK Tirol schon die Fühler bei interessierten Betrieben ausgestreckt, um die Voraussetzungen und den Bedarf an Asylwerbern abzustecken. Zum anderen haben die TSD anhand der WK-Erhebungen dann bereits eine Vorauswahl an potenziellen Arbeitskräften bzw. interessierten Asylwerbern getroffen.
Noch im Oktober wird es dann eine weitere Sitzung geben. Das ist, wie Mair stolz sagt, in dieser Form österreichweit einzigartig.
Wer hier leben will, muss selbst seinen Beitrag leisten, um zeitnah auf eigenen Beinen stehen zu können.
Landesrätin Astrid Mair
„Gleichzeitig muss es für all jene, die bleiben dürfen und nicht arbeiten wollen oder ohnehin keine Aussicht auf ein dauerhaftes Bleiberecht haben, auch Konsequenzen geben. Dem Gastland nur auf der Tasche zu liegen und aus dem Sozialtopf zu naschen, ist in meinen Augen schlichtweg zu wenig. Zumal diese Menschen hier in Tirol, in Zeiten eines Arbeitskräftemangels, niemandem den Job wegnehmen. Wer hier leben will, muss selbst seinen Beitrag leisten, um zeitnah auf eigenen Beinen stehen zu können“, ist Mair überzeugt.
Gesamtgesellschaftliche Sicherheit
Insgesamt geht es der Landesrätin, die neben den Arbeits- auch die Sicherheits-Agenden unter sich hat, um die gesamtgesellschaftliche Sicherheit: „Ich möchte, dass all jene Asylwerber mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit, wenn sie bei uns sind, auch eine fixe Tagesstruktur haben, damit sie sich nicht nur in Gruppen auf öffentlichen Plätzen aufhalten und damit das subjektive Sicherheitsgefühl bei Teilen der Bevölkerung negativ beeinflussen.“
Das heiße: „Jene, die voraussichtlich in Tirol oder Österreich bleiben dürfen, sollen relativ rasch integriert werden. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass all jene mit geringer Aussicht auf ein dauerhaftes Bleiberecht nicht integriert werden sollten, damit ein möglicher Abschiebeprozess nicht unnötig verkompliziert und in die Länge gezogen wird.“
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