„Rettet das Buberlemoos“, „Flotte Hechte statt Immo-Haie“ - mit diesen Sprüchen auf Plakaten versammelten sich Dutzende Paddler mit SUPs, Kajaks und Booten, um auf dem Wörthersee vor dem Buberlemoos in Pörtschach gegen die plötzlich genehmigten Probebohrungen zu protestieren.
Am Buberlemoos in Pörtschach fährt diesen Herbst der erste Bagger auf. Die Besitzer wollen ihr Luxus-Lagunenprojekt im Naturschutzgebiet durch eine angeblich sanierungsbedürftige Altlast rechtfertigen. „Doch letztes Jahr zerrissen die Sachverständigen des Landes ihr Argument in der Luft. Auch eine weitere Suche ließe keine neuen Erkenntnisse erwarten. Jetzt wurde bekannt, dass die BH Klagenfurt-Land ihnen trotzdem Bohrungen nach Altlasten genehmigt hat“, erklärt Gabriele Hadl, Sprecherin der Initiative „Rettet das Buberlemoos“ und Gemeinderätin der Grünen.
Die Initiative Rettet das Buberlemoos sieht darin einen „verzweifelten Versuch, ein Zombie-Projekt zu retten.“ Hadl empfiehlt den Besitzern statt „skuriller Altlasten-Goldgräberei“ ihre Energie in ein Projekt Naturpark Buberlemoos zu stecken. Die Initiative stehe für entsprechende Beratung zur Verfügung. Zudem seien zahlreiche Pflanzen-, Amphibien-, Insekten- und Vogelarten gefährdet.
Angebliche Altlast als Vorwand für Millionenprojekt
Die Besitzer des Buberlemooses wollen das geschützte Moor mit seltenen Tieren und Pflanzen wegbaggern und das Bauloch durch eine Schneise mit der Kopperbucht des Wörthersees (östlich des Edelweissbads) verbinden. Sie planen eine private Lagune, umgeben von Luxus-Immobilien auf den „neuen Seegrundstücken.“ Es winkt eine rund 27-fache Wertsteigerung auf 70 Millionen Euro. Der Haken: Für die Zerstörung von Naturschutzgütern müssten sie ein „überwiegendes öffentliches Interesse“ nachweisen. Ein von ihnen beauftragtes Gutachten sollte zeigen, dass eine Altablagerung Grundwasser und See gefährde. Doch der Amtssachverständige für Altlasten hielt das für nicht nachvollziehbar.
Verhandlungen im Mai
Bei der Verhandlung im Mai 2022 wurde keine Gefahr der lang bekannten Ablagerungen festgestellt, auch dass neue Grabungen zu keinen zusätzlichen Informationen führen würden. „Damit hätte der Akt geschlossen werden können“, betont Hadl. Im Mai dieses Jahres genehmigte die BH Klagenfurt-Land plötzlich erneute Bohrungen nach Altlasten an 25 Stellen, davon etwa ein Dutzend im geschützten Biotop. Der Bescheid wurde kürzlich rechtskräftig.
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