Marktamt im Einsatz

Gammelbomber: Wieder Tonnen kaputter Ware entdeckt

Wien
13.09.2023 06:00

Ein Toter, 27 erkrankte Österreicher - so die Bilanz des jüngsten Gammelfleisch-Skandals. Dabei gelangte verseuchtes Kebabfleisch nach Österreich. Das Marktamt Wien ist diesen Verbrechern auf der Spur - mit Erfolg. Denn eigentlich sollten die Waren vom Großgrünmarkt für einen Vitaminkick bei Wienern sorgen. Die jetzt aus dem Verkehr gezogenen Produkte wären den Menschen heftig auf den Magen geschlagen.

Wer geglaubt hat, dass die kulinarische Gefahr für Gaumen, Magen und im schlimmsten Fall sogar fürs Leben nur von polnischem Gammelfleisch ausgeht, irrt leider. Das hat eine Schwerpunktaktion des Marktamts am Liesinger Großgrünmarkt gezeigt. Mit voller Mannstärke sind die Hygieneprüfer in der Nacht auf Montag ausgerückt und haben die ankommenden Lastwagen kontrolliert.

207 Lastwagen kontrolliert
Und die Experten hatten den richtigen Riecher - auch wenn sie sich diesen bei den Kontrollen eher nicht gewünscht hätten. 207 Lastwagen wurden bei der „Gammelbomber-Razzia“ unter die Lupe genommen. Lange mussten die Prüfer nicht suchen. So wurde ein mit 1650 Kilogramm Ware beladenes Lieferfahrzeug eines Nudelerzeugers aus Niederösterreich wegen zu hoher Temperaturen im Laderaum aus dem Verkehr gezogen.

Trupps des Marktamts waren im Einsatz. (Bild: Marktamt Wien)
Trupps des Marktamts waren im Einsatz.
Sie haben Gammel-Nudeln, Entenfleisch und Frühlingsrollen aus dem Verkehr gezogen. (Bild: Marktamt Wien)
Sie haben Gammel-Nudeln, Entenfleisch und Frühlingsrollen aus dem Verkehr gezogen.
Die Nudeln waren ein Tummelplatz für Bakterien. (Bild: Marktamt Wien)
Die Nudeln waren ein Tummelplatz für Bakterien.
Das Obst schmorte im eigenen Saft. (Bild: Marktamt Wien)
Das Obst schmorte im eigenen Saft.

Die Nudeln waren für China-Lokale in Wien bestimmt. Ein Sprecher: „Eigentlich müssten diese bei maximal sechs Grad transportiert werden. So verkommen die Teigwaren zum Spielplatz für Kolibakterien. Wir haben auf jeden Fall Proben entnommen.“ Der Großproduzent steht ab sofort unter Beobachtung.

207 Lkw wurden kontrolliert. (Bild: Marktamt Wien)
207 Lkw wurden kontrolliert.

Obst und Gemüse schmorte im eigenen Saft
Bei einem weiteren Lkw war die Kühlung überhaupt defekt. Die Ladung, bestehend aus Kürbissen und Kukuruz, war einer Temperatur von 36 Grad Celsius ausgesetzt. Das macht am Feld als Frischware nichts aus, aber hier schmorte das Obst und Gemüse bereits im eigenen Saft.

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Einige Fahrer konnten die Herkunftsbezeichnung oder Biozertifikate nicht vorweisen. Wir haben nun die Länder der entsprechenden Speditionen informiert. Hier drohen Strafen von mehreren Tausend Euro.

Ein Sprecher des Marktamts

„Ohne Kühlung sind die Früchte bereits am nächsten Tag kaputt“, so ein Experte. Eine Lieferung von Tiefkühlfleisch und Frühlingsrollen wurde lediglich gekühlt, nicht aber gefriergelagert transportiert - die Kühlkette damit unterbrochen. Drei Fahrer aus Polen und der Slowakei konnten nicht einmal belegen, woher ihre Ladung kommt. Alle Waren wurden ein Fall für die Müllverbrennung. Wenigstens kommen sie so noch als Fernkälte den Wienern zugute.

Kontrollen verstärkt duchführen
Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) freut sich: „Danke an alle Mitarbeiter, die für die hohe Lebensmittelsicherheit in Wien sorgen.“ Marktamtsdirektor Andreas Kutheil verspricht: „Natürlich werden wir auch in Zukunft diese Kontrollen verstärkt durchführen.“ Denn anscheinend gibt es trotz der jüngsten Skandale bei manchen noch immer kein Umdenken.

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