Nach EU-Embargo
Gegenoffensive: Iran dreht selbst den Ölhahn zu
Speziell Europas Pleitekandidaten wie Spanien, Italien und vor allem auch Griechenland sind besonders von iranischem Erdöl abhängig, nicht zuletzt, weil sie dafür einen besonders günstigen Preis zahlen. Aus diesem Grund haben Madrid, Rom und Athen in Brüssel auch die Sanktionsfrist bis 1. Juli durchgesetzt.
Wie sich jetzt herausstellt, war es allerdings ziemlich blauäugig zu erwarten, dass das Regime in Teheran ein halbes Jahr geduldig warten würde, bis man es abstraft. Die Iraner drehen den Spieß jetzt einfach um und behalten damit das Heft des Handelns in der Hand: Noch am Wochenende wird die iranische Regierung im Parlament einen Gesetzesentwurf einbringen, der den sofortigen Stopp der Erdöl-Lieferungen nach Europa vorsieht.
Saudis springen ein
Im Vorjahr bezog die EU durchschnittlich 600.000 Barrel (ein Barrel sind 159 Liter) iranisches Erdöl pro Tag. Grundsätzlich haben die Saudis und die anderen arabischen Golfstaaten zugesichert, den Ausfall wettzumachen. Auch ihnen ist der nach Atomwaffen strebende Iran schon lange mehr als unheimlich. Dennoch ist die Frage, ob das in so kurzer Zeit möglich ist und ob sie den europäischen Pleite-Kandidaten auch entsprechend günstige Preise machen werden.
Die Auswirkungen auf den Ölpreis sind also noch nicht abzusehen. Während der Internationale Währungsfonds mit einer Preiserhöhung von 20 bis 30 Prozent rechnet, sehen das Branchen-Insider nicht so dramatisch und rechnen mit nur geringen bis gar keinen Auswirkungen auf den Ölpreis.







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