Zukunft ungewiss

Wagner ist in Belarus jetzt „Bildungsorganisation“

Ausland
17.08.2023 13:26

Die Söldnertruppe Wagner ist in Belarus als „Bildungsorganisation“ gelistet worden. Der Ort der Eintragung entspricht dem Gebiet, in dem die Wagner-Truppen vermutlich stationiert sind. Die Zukunft der Söldner bleibt jedoch ungewiss.

Medienberichten vom Mittwoch zufolge war die Gruppe am 4. August als Gesellschaft mit beschränkter Haftung registriert worden. Die Präsenz der Wagner-Söldner sorgte zuletzt für Verunsicherung in den belarussischen Nachbarstaaten, da Übungsmanöver nur wenige Kilometer von den Landesgrenzen entfernt durchgeführt wurden.

Litauen wird als Reaktion zwei seiner sechs Grenzübergänge zum Nachbarland vorübergehend schließen. „Diese Entscheidung ist eine der Präventivmaßnahmen, um die Bedrohungen der nationalen Sicherheit und mögliche Provokationen an der Grenze einzudämmen“, sagte die litauische Innenministerin Agne Bilotaite. Dadurch könnte mehr Personal zur Überwachung und zum Schutz der Grenze eingesetzt werden.

Belarus kritisiert „unfreundliche Maßnahmen“
Belarus reagierte verärgert auf die Entscheidung des Nachbarlands. Es handle sich um eine „weitere, nicht konstruktive und unfreundliche Maßnahme“ seitens der litauischen Regierung, erklärte der belarussische Grenzschutz am Mittwoch im Online-Dienst Telegram.

Auch der lettische Grenzschutz hatte am Dienstag zusätzlich Einsatzkräfte mobilisiert, um der „rapide zunehmenden hybriden Bedrohung“ an der Grenze Rechnung zu tragen. Die Behörde forderte zudem Unterstützung von den Streitkräften und der Polizei an. Verteidigungsministerin Inara Murniece wies die Armee daraufhin an, zusätzliche Kräfte an die Grenze zu entsenden.

Polen verlegt Tausende Soldaten an Grenze
Auch Polen fürchtet um seine Sicherheit. Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak will bis zu 10.000 Soldaten an die Grenze zu Belarus verlegen. 4000 sollten den Grenzschutz direkt unterstützen, 6000 seien in Reserve. „Wir verlegen die Armee näher an die Grenze zu Belarus, um den Aggressor abzuschrecken - und damit er es nicht wagt, uns anzugreifen.“

Dabei ist es alles andere als klar, wie es mit dem Söldnertrupp weitergeht. Wagner wird nach britischen Erkenntnissen vermutlich nicht mehr vom russischen Staat finanziert und muss sich verkleinern. Ziel sei es, Personalkosten einzusparen, teilte das Verteidigungsministerium in London jüngst mit.

Belarus als „Zahlmeister“?
„Wenn der russische Staat Wagner nicht mehr zahlt, sind die belarussischen Behörden der zweit-plausibelste Zahlmeister“, hieß es weiter. Dies würde allerdings die Ressourcen von Belarus belasten. Dort bilden derzeit Wagner-Söldner nach offiziellen Angaben belarussische Soldaten aus.

Die Gruppe war lange Zeit eine wichtige Stütze des regulären russischen Militärs im Krieg gegen die Ukraine. Allerdings kritisierte Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin massiv öffentlich die Militärführung sowie Verteidigungsminister Sergei Schoigu und warf ihnen Inkompetenz vor. Ende Juni befahl Prigoschin eine Meuterei gegen die Militärspitze und einen Marsch auf Moskau. Nach zwei Tagen wurde die Meuterei abgebrochen.

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