11.01.2012 08:07 |

Spannungen bei Paris

Junger Franzose starb bei Kontrolle - laut Polizei Infarkt

Der Tod eines jungen Mannes bei einer Polizeikontrolle hat in der Nacht auf Mittwoch für Spannungen im Großraum Paris gesorgt. Nach Angaben von Ermittlern starb der 25-Jährige vermutlich an einem Herzinfarkt, während Polizisten ihn und seine Freunde auf möglichen Drogenbesitz untersuchten. Die Behörden teilten mit, der Polizeieinsatz sei "gewaltlos" verlaufen. Freunde des Verstorbenen berichteten, er habe unter Herzproblemen gelitten und sich erst am Nachmittag im Krankenhaus untersuchen lassen.

Den ersten Ermittlungen zufolge hielt sich der junge Mann gemeinsam mit anderen Leuten während der Kontrollen in der Eingangshalle eines mehrstöckigen Hauses der Stadt Aulnay-sous-Bois nordöstlich von Paris auf. Laut einem Polizisten fanden die Beamten bei dem 25-Jährigen verbotene Substanzen.

Unklar ist, ob der Mann und andere Verdächtige Handschellen trugen, als er plötzlich zusammenbrach. Dem herbeigerufenen Rettungsdienst gelang es nicht mehr, ihn zu reanimieren.

"Sie haben einen Unschuldigen getötet"
Nach dem Tod des 25-Jährigen herrschte in der Siedlung gespannte Stimmung. Mehrere junge Männer bezweifelten die Version der Polizei. Jugendliche entfachten vor dem Gebäude immer wieder kleinere Feuer, die von der Feuerwehr rasch wieder gelöscht wurden.

"Sie haben einen jungen Unschuldigen getötet", sagte einer von ihnen, der seinen Namen mit Said angab und behauptete, Zeuge der Razzia gewesen zu sein. "Er hatte ihnen gesagt, dass er krank sei, aber sie haben ihn bedrängt." Eine weitere Bewohnerin sagte, sie könne die Wut verstehen: "Hier ist es normalerweise eher ruhig, dies ist nicht die Bronx. Aber wenn man gewaltsame Kontrollen vornimmt, dann ist das pure Provokation."

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