02.01.2012 07:17 |

"Andauernde Gewalt"

Syrien: Blutvergießen erreicht Damaskus

Das Blutvergießen in Syrien nimmt kein Ende - und hat mittlerweile auch die Hauptstadt Damaskus erreicht. Nach Angaben von Oppositionellen kam es am Wochenende zu Gefechten zwischen Regierungstruppen und Aufständischen bzw. Deserteuren aus der Armee. Laut Aktivisten brachen die Kämpfe aus, als das Militär die Umgebung von Damaskus nach abtrünnigen Soldaten absuchte. Auch innerhalb der Stadtgrenzen sollen Gefechte ausgebrochen sein.

Die "Freie Syrische Armee" der Deserteure hatte eigentlich erst vor wenigen Tagen versprochen, ihre Angriffe auf die Regierung einzustellen, um den arabischen Beobachtern ihre umstrittene Mission zu erleichtern. Wie die "friedlichen" Proteste (siehe Bild aus der Stadt Idlib), gehen die Gefechte allerdings weiter.

"Beobachter abziehen"
Die Beobachtermission steht nun immer mehr in der Kritik: Das Beratergremium der Arabischen Liga verlangt mittlerweile den sofortigen Abzug der Beobachter. "Angesichts der andauernden Tötung unschuldiger Zivilisten in Syrien sind die arabischen Beobachter abzuziehen", sagt etwa Salem al-Dikbassi, Präsident des Arabischen Parlaments. Seit dem Eintreffen der Mission vor knapp einer Woche habe es keine Besserung der Lage gegeben.

Dikbassis Aufforderung erfolgte kurz vor der für Donnerstag vorgesehenen Entsendung weiterer Beobachter der Liga nach Syrien. Die Beobachter, aktuell sind es 150, sollen bis Ende Jänner den Rückzug der Armee aus den Städten und die Freilassung der politischen Gefangenen überwachen. Ziel ist ein Ende des Blutvergießens - der Aufstand gegen Machthaber Bashar al-Assad hat nach UNO-Schätzungen seit März mehr als 5.000 Menschen das Leben gekostet.

Opposition mittlerweile einig
Syriens bisher zutiefst zerstrittene Opposition bereitet sich derweil schon gemeinsam auf die Zeit nach dem beabsichtigten Sturz von Präsident Assad vor. Die beiden führenden Gruppen entwerfen Leitlinien für eine demokratische Zukunft ihres Landes.

In einer Erklärung heißt es, dass ein am Wochenende in Kairo getroffenes Abkommen auch die Schaffung einer parlamentarischen Demokratie mit Parteienvielfalt in Syrien vorsieht. Die Regimegegner hatten sich in der Vergangenheit über grundlegende Fragen nicht einigen können. So glaubte das in Syrien gegründete Koordinationskomitee lange Zeit noch an einen Dialog mit dem Präsidenten. Der aus dem Exil in Istanbul heraus agierende Nationalrat setzte hingegen auf den Sturz Assads - notfalls auch mit ausländischer Hilfe.

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