Hochwasserschutz

Kritik an den Schutzbauten kommt aus der Ferne

Salzburg
22.07.2023 07:00

Naturschützer, Rechnungshof und sogar die EU übten zuletzt Kritik am geplanten Hochwasserschutz im Oberpinzgau. Klar ist, es muss etwas geschehen. Und das noch dazu schnell. Das sehen auch die Grünen so.

Fünf Tauerntäler, zwei davon inmitten der Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern, sollen Schutzbauten bekommen. Die Wehre und Dämme sollen den gesamten Oberpinzgau zukünftig vor Hochwasser schützen. Für den äußersten Westen von Salzburg sei dies pure Notwendigkeit. Der Lebensraum könnte sonst für den Menschen verloren sein.

Rückhaltebecken in den Tälern seien alternativlos
Kritik an den geplanten Schutzbauwerken in den Seitentälern des Oberpinzgauer Salzachtals gibt es seit Aufkommen der Idee. Naturschützer oder Alpenverein sehen die Eingriffe in die sensible Natur kritisch. Der Alpenverein, selbst Grundeigentümer im Nationalpark, unterstrich seine Bedenken gegen Rückhaltebecken in den Tauerntälern stets, besonders in den speziell geschützten Sulzbachtälern. Ebenso kritisch äußerte sich in jüngster und älterer Vergangenheit bereits der Natuschutzbund.

Viele Einheimische würden die kritischen Stimmen am liebsten sofort überhören. Zu oft hätten sie schon Keller oder gleich ihr ganzes Haus von Schlamm und Wasser befreien müssen. Kritik an den Plänen komme nur selten aus den Oberpinzgauer Gemeinden selbst. Alternativlos seien Rückhaltebecken in den Tälern auch für viele Experten.

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Den Hochwasserschutz braucht es - wirkungsvoll, schnell und ökologisch! Es sollen alle Alternativen geprüft und an die Zukunft gedacht werden.

Martina Berthold, Landessprecherin Die Grünen

Rechnungshofbericht wird von Experten entkräftet
„Wir müssen effektiv schützen, aber die Natur im Blick behalten“, sagt Martina Berthold (Grüne). Auch sie will raschen Schutz für die Gemeinden der Region, sieht aber noch Alternativen zur Verbauung der Nationalpark-Täler. „Es muss alles noch besser geprüft werden“, so die Grünen-Chefin. Bis zur Realisierung der Schutzbauten dauere es noch. Schon jetzt fehle eine Art Objektschutz. Berthold fordert deshalb etwa Hochwasserberatung für Haus- und Hofbesitzer.

Auch aus Wien und Brüssel kam zuletzt Kritik. Der Rechnungshof des Bundes kritisierte zwei Punkte des Projekts. Die Frage der Prüfung von Alternativen für den Bau in den Tauerntälern kann aber entkräftet werden. „Wir haben alles geprüft“, so Projektleiter Martin Zopp. Der Rechnungshof habe seine sehr allgemeine Kritik nicht auf den Letztstand der Planungen bezogen, so Zopp. Die EU-Komission leitete indes ein Verfahren gegen die Republik ein. Es habe Verstöße gegen Richtlinien im Salzburger Nationalparkteil gegeben. Der Hochwasserschutz wird dabei nicht genannt. Nicht direkt...

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