Opfer: Verliebte Frau

Herztransplantation erfunden und abkassiert

Steiermark
14.06.2023 06:13

Knapp 96.500 hat eine Steirerin, die sich als „Manfred“ ausgab, weil sie sich mehr als Mann fühlt, ihrem verliebten Opfer abgenommen. Dafür war der Angeklagten keine Lüge zu dreist - sogar vor erfundenen schweren Krankheiten machte sie nicht halt. Sieben Vorstrafen hat die 51-Jährige bereits und immer spielten Lügengeschichten eine Rolle. Nun muss sie für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Der Blick, den die Schwester des Opfers der Angeklagten zuwirft, spricht Bände. Sie kann ihre Abscheu und Wut nicht verbergen. Mehr als 96.000 Euro hat die verliebte Frau der 51-Jährigen in acht Monaten überwiesen. Für Medikamente nach einer vermeintlichen Herztransplantation, Verwaltungsstrafen, Reparaturen und Spitalsbehandlungen. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

„Seit der Hauptschule fühle ich mich als Mann“
Im März 2022 lernte die Steirerin auf einer Online-Plattform ihren „Manfred“ kennen. Denn die Angeklagte fühlt sich eigentlich als Mann. „Schon seit der Hauptschule“, erklärte sie Richterin Angelika Hacker am Dienstag beim Betrugsprozess in Graz. „Also wollten sie keine Beziehung vortäuschen?“, will die Vorsitzende wissen. „Nein, sie wusste Bescheid, dass ich mich operieren lassen will. Und hat gesagt, sie versteht es.“

„Stimmt es, dass Sie wussten, dass er eigentlich eine Frau ist?“, fragt die Richterin die betrogene Steirerin. „Ja, er, also sie, sagte, dass sie gerade Hormone nimmt und ein Mann werden will.“ - „Warum haben Sie ihr das Geld gegeben? War ja schon eine sehr große Summe.“ - „Eigentlich bin ich ja sehr vorsichtig. Aber es alles in Richtung Liebesbeziehung gedeutet. Und als ich ihn, also sie, ansprach, dass ich nicht ausgenommen werden will wie eine Weihnachtsgans, sagte er, dass er kein Betrüger ist und immer die Wahrheit sagt.“

„Alles aus Liebe gegeben“
Woher sie das viele Geld hatte? „Ersparnisse, eine Lebensversicherung und ich habe mir was von Lohn abgezweigt.“ Ihre Anwältin fügt hinzu: „15 Kilo hat meine Mandantin in der Zeit abgenommen, weil sie selbst auf ihr Essen verzichtete, um die Angeklagte zu unterstützen. Sogar einen Kredit hat sie aufgenommen. Sie hat ihr alles Geld gegeben, im Glauben, dass sie geliebt wird.“

Manfreds Beteuerungen, dass es ihm leid tue, schenkt keiner Glauben. Immerhin gibt es sieben Vorstrafen mit ähnlich gelagerten Betrügereien. Urteil: 30 Monate Gefängnis und Zuspruch der kanpp 96.500 Euro; nicht rechtskräftig.

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