Die zunehmende Dimension aufgedeckter Schlepperkriminalität mit Bezug zu Österreich zeigt deutlich: Das Problem nimmt massiv zu! Wurden etwa hierzulande im Jahr 2019 „nur“ 242 Schlepper festgenommen, waren es 2022 bereits 712, somit beinahe dreimal so viel!
Auch die Zahl aufgegriffener Migranten ist von 41.600 (2021) auf 109.000 (2022) drastisch nach oben geschnellt: „Die Methoden werden immer brutaler. Den Schleppern geht es nur mehr darum, einen kriminellen Profit zu erwirtschaften. Die Menschenleben sind ihnen hingegen oft egal“, sagt Gerald Tatzgern, der Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität im Bundeskriminalamt, im brisanten krone.tv-Interview mit Gerhard Koller.
Hohe Fluchtkosten
8000 bis 15.000 Euro müssten Geschleppte in ihren Herkunftsländern zumeist für die Flucht bezahlen. Dazu kommen noch Zusatzgelder, die ihnen auf der Fluchtroute mit verschiedenen Tricks abgeluchst würden: „Es gibt ein Foto, das zeigt, wie in einem Lkw 200 Geschleppte eng aneinander gepfercht transportiert werden“, kritisiert Tatzgern scharf. Unterkühlung, Hunger, Durst, aber auch „Tod durch Ersticken“ sind da keine Seltenheit mehr. Die Geschleppten werden aber auch vereinzelt sexuell ausgebeutet, etwa in Afrika, so Tatzgern.
Heimische Polizisten seien am gesamten Westbalkan präsent und im Einsatz, um das Schlepperunwesen im Griff zu behalten, sagt Tatzgern, trotzdem wurden 2022 bereits wieder mehr Personen aufgegriffen, als etwa 2015, dem viel zitierten Höhepunkt der Flüchtlingswelle.
Viele weitere Details, etwa zum technischen Ausrüstungsstand der Schlepper, sehen Sie im Video oben
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