Johnny Bjerregaard wurde als erster Ausländer „Krone-Fußballer“: „Der Pokal ist von den Fans und für die Fans!“ Die Trophäe steht für alle im Rapideum. Mit seinem Tor im Bernabeu wurde der Däne zur Legende.
„Ich vergesse schon nicht, dass ich die Trophäe gewonnen habe. Der Pokal ist von den Fans und für die Fans - so haben sie auch was davon“, begründet Johnny Bjerregaard, warum seine „Krone“-Trophäe nicht zu Hause, sondern im Rapideum im Allianz-Stadion ausgestellt ist. So bleibt auch sein Legendenstatus sichtbar in Erinnerung: Bjerregaard war 1968 der erste ausländische Fußballer, der bei der „Krone“-Fußballerwahl triumphierte. Nur ein Duo sollte folgen: Jan Aage Fjörtoft (1989) und Steffen Hofmann (fünfmal).
Bjerregaard hat die Herzen der Fans in Hütteldorf im Sturm erobert. Sektionsleiter Robert Dienst hatte den 23-Jährigen 1966 aus Aarhus nach Wien gelockt. Damals arbeitete der Däne in einer Gärtnerei, studierte Nationalökonomie. Bei Rapid wurde er Profi: „Mein Glück war, dass die Erwartungshaltung sehr gering war. Im Verein und von mir. Ich war nie nervös.“ Johnny stellte sich mit elf Toren in den ersten sechs Spielen vor. Unsterblich wurde er am 4. Dezember 1968 mit seinem Ausgleich im Santiago Bernabeu beim 1:2 - dank der Auswärtstorregel boxte Rapid so nach dem 1:0 von Wien Real Madrid im Achtelfinale aus dem Europacup der Landesmeister.
Mit Rapid wurde Bjerregaard zweimal Meister, holte dreimal den Cup. Er erzielte in 199 Pflichtspielen 126 Tore, ehe er nach einem Streit mit Trainer Ernst Hlozek seine Karriere in Eisenstadt von 1972 bis 1975 ausklingen ließ. Trotz Angeboten aus Dortmund, Bern und Istanbul.
„Nicht obergscheit“
Aber er blieb in Österreich, lebt jetzt in der Südstadt, südlich von Wien. „Ich hatte hier ja alles, wir wollten als Familie nicht weg“, sagt Bjerregaard. Der letzte Woche seinen 80. Geburtstag feierte, sich in Rapids Legendenklub wohlfühlt, oft ins Stadion kommt: „Da haben Freundschaften bis heute gehalten.“
Bei der aktuellen „Krone“-Wahl hat er keinen Favoriten. Rapids Situation will er auch nicht kommentieren: „Als ehemaliger Spieler soll man nicht obergscheit daherreden.“ Nur eines bedauert Bjerregaard: „Die guten Spieler sind immer sofort wieder weg.“ Da tickte er anders!
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