Gewalt gegen Kinder

„Gesunde Watschen“ ist noch immer nicht tabu

Oberösterreich
25.11.2022 17:30

Ein Viertel der Oberösterreicher sieht in einer Ohrfeige keine Gewalt. Das ergab eine Trendstudie zur Einstellung der oberösterreichischen Bevölkerung zum Gewaltverbot in der Erziehung. 14 Prozent stehen sogar zur „gesunden Watschen“ als Erziehungsmittel.

Das gesetzliche Gewaltverbot in der Erziehung ist mehr als sieben von zehn Oberösterreichern bekannt. Das ergab eine aktuelle Spectra-Umfrage, die am Freitag Jugendschutz-Landesrat Michael Lindner und Kinder- und Jugendanwältin Christine Winkler-Kirchberger präsentiert haben. Die Vorstellung fiel nicht zufällig mit dem Start von „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen“ zusammen. Winkler-Kirchberger: „Jede Gewalt hat eine Vorgeschichte, jedes vierte Kind lebt in einer Familie in der die Mutter Gewalt ausgesetzt ist.“

Trotz des Wissen über das Gewaltverbot in der Erziehung sieht ein Viertel der Befragten in einer Ohrfeige keine Gewalt, so die Studie. LR Lindner: „Es geht um das Verständnis, wo Gewalt beginnt und dass auch Demütigungen, Abwertungen, Beschimpfungen oder das „Hand ausrutschen“ dazu zählen.“ Eine gesund Watschen hat noch niemandem geschadet – zu dieser Aussage stehen 14 Prozent der Oberösterreicher. Ein Fünftel sind der Ansicht, dass die eigenen Erziehungsmethoden niemand anderen etwas angehen würden.

Während der Corona-Pandemie sei auf Kinder- und Jugendliche vergessen worden, meint Lindner. Nicht nur psychische Probleme sondern auch häusliche Gewalt habe zugenommen. Das mache sich erst jetzt durch den erhöhten Zulauf zu den Hilfs- und Beratungsangeboten bemerkbar. In der Spectra-Befragung gaben 61 Prozent an, dass Eltern in der Pandemiezeit häufig überfordert gewesen seien. Im Vergleich zu 2019 ist das Gefühl „Hilfe für die Kindererziehung zu erhalten“ um zehn Prozent auf 64 Prozent zurückgegangen.

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