GUTEN MORGEN

In die Kälte gebombt | Blutige Realität

In die Kälte gebombt. Es ist wirklich erschütternd, was sich da in Europa abspielt: Putin bombt die Ukraine in die Finsternis, er lässt die Menschen vor allem in der Hauptstadt Kiew frieren. Bei heftigen russischen Raketenangriffen auf die Millionenstadt gelang es den Angreifern, die Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung weitgehend lahmzulegen. Putin bombt ein Kraftwerk nach dem anderen kaputt. Russland zerstöre systematisch die Lebensgrundlage der Ukraine, schreibt heute „Krone“-Außenpolitik-Experte Kurt Seinitz, um den Widerstand zu brechen. Und er formuliert wohl zu recht drastisch, wenn er schreibt: „Kälteterror soll die Ukraine in die Unterwerfung zwingen.“ Putin setze jetzt auf einen „wichtigen Verbündeten - den russischen General Winter“. Ob es dem Machthaber im Kreml aber gelingt, die leidenden Ukrainer mürbe zu machen? Er dürfte wohl ganz besonders auch auf die Westeuropäer zielen: Wenn die Ukrainer in die Dunkelheit und Kälte gebombt sind, werden noch viel mehr Menschen in Richtung Westen fliehen. Und viel mehr ukrainische Flüchtlinge könnten in den westeuropäischen Ländern die Solidarität mit dem kriegsgebeutelten Land weiter bröckeln lassen. Ein schreckliches Kalkül, das hoffentlich nicht aufgeht.

Blutige Realität. Mitten in den intensiven Bombenhagel auf Kiew geriet eine achtköpfige Delegation von Politikerinnen (nicht gendert; tatsächlich ausschließlich Frauen) aus verschiedenen EU-Ländern, die auf Initiative von Europaministerin Karoline Edtstadler in die ukrainische Hauptstadt gereist war.  „Krone“-EU-Redakteurin Doris Vettermann begleitete den Tross - auch beim Besuch einer Betreuungsstelle für Kriegsopfer, der durch einen Fliegeralarm jäh unterbrochen wurde. Die EU-Delegation wurde in zwei Luftschutzbunker verfrachtet, wo sie mehr als zwei Stunden ausharren musste. Währenddessen ging tatsächlich in der Nähe des Betreuungszentrums, aus dem die Politikerinnen evakuiert worden waren, eine Rakete nieder. Gezielt worden war auf eine Einrichtung der kritischen Infrastruktur, getroffen hatte die Rakete stattdessen ein Geschäftsgebäude, das teilweise einstürzte. Drei Todesopfer, darunter eine 17-Jährige sind zu beklagen. Die „blutige Realität“, wie unsere Redakteurin schreibt. Eine schreckliche Realität - nicht weit von Österreich entfernt. Davor dürfen wir die Augen nicht verschließen!

Kommen Sie gut durch den Freitag!  

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