Aus blau-gelb wird grün. Das versichert jetzt jedenfalls scherzend NÖ Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im großen Öko-Interview. Die Landeschefin schlägt - auch mit frischem heimischen Obst - einen noch grüneren Weg ein! Tatsächlich gilt das weite Land als ökologische Vorzeige-Region in Europa.
„Krone“: In St. Pölten haben sich die jungen Öko-Kleber ja noch nicht auf die Straße gepickt. Und auch die schönen Kunstwerke in der Landesgalerie in Krems sind bisher von Suppenschütt-Aktionen verschont geblieben. Wie halten Sie es mit Fridays for Future & Co?
Johanna Mikl-Leitner: Prinzipiell halte ich vom Engagement junger Menschen, denen es offenbar wirklich um die Zukunft des Planeten geht, sehr viel. Und ich verstehe deren Sorgen. Es gibt aber andere Wege, die Welt zu retten, wo eben keine wertvollen Kunstwerke beeinträchtigt werden.
Die da wären?
Nun, wir haben erst kürzlich im AKW Zwentendorf eine Jugendklimakonferenz abgehalten und holen gezielt die Jungen ins Boot. Generell kann und muss jeder seinen Beitrag leisten. Das geht auch friedlich.
Von der Straße ins Feld! Immer wieder wird dem weiten Land ja vorgeworfen, dass es Europameister im Verbauen von Freiflächen ist.
Gerade das Gegenteil ist der Fall!
Wer aber mit offenen Augen durch die Landschaft fährt, sieht es aber doch recht grau wuchern.
Das sind Baulandreserven, die schon vor Jahrzehnten als solche gewidmet wurden.
Die blau-gelbe Zukunft ist also eine grüne?
Ja natürlich! Wir kämpfen intensiv gegen Bodenfraß und Versiegelung.
Wie denn?
Niederösterreich hat eines der strengsten Raumordnungsgesetze und wir haben die Widmungsbremse sehr stark gezogen!
Das reicht, um wertvolle Grünräume zu bewahren?
Wir gehen sogar einen Schritt weiter und werden bereits verbautes Land wieder großflächig entsiegeln. Damit sind wir vorbildlich. Außerdem streben wir eine ökologische Vernetzung von benachbarten Gemeinden an, damit nicht jeder Ort einen Wirtschaftspark baut. Ich denke mir, das ist die Raumordnung der Zukunft.
Tatsächlich eine schöne neue Niederösterreich-Welt?
Das würde ich meinen. Die Emissionen sind bei uns im Zeitraum von 1990 bis 2019 um vier Prozent gesunken, in Österreich hingegen aber um 2 Prozent gestiegen.
Klingt ja, wie ein weihnachtliches Öko-Wunder?
Na ja, das hat schon handfeste Gründe.
Zum Beispiel?
Wir setzen konsequent auf den Ausbau der Erneuerbaren. Derzeit haben wir beispielsweise knapp 750 Windkraftanlagen. Bis 2035 sollen die Kapazität auf 12.000 Gigawattstunden gesteigert werden.
Geht das nicht zulasten der Natur?
Wir machen das ausschließlich im Einklang mit der Schöpfung! Und bei der Wasserkraft setzen wir auf die Ertüchtigung bestehender Kraftwerke. Außerdem haben wir seit 2017 zehn Millionen Bäume gesetzt.








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