Studie bestätigt jetzt

Jedem dritten Bauern fehlen Erben für den Betrieb

Niederösterreich
05.11.2022 11:03

Es muss nicht immer in der Familie bleiben: Um das Nachwuchsproblem der Landwirtschaft in Niederösterreich zu lösen, braucht es neue Perspektiven - und auch die Innovationskraft von Quereinsteigern. 

Als gäbe es bei der Hofübergabe nicht schon genug zu bedenken, mangelt es vielen Bauern an der wichtigsten Zutat: einem Erben. Eine Bedarfsstudie erbrachte nun nämlich das überraschende Ergebnis, dass rund 30 Prozent der heimischen Landwirte über 50 Jahren keine gesicherte Nachfolge für ihren Betrieb haben. „Denn oft kann oder will niemand aus dem unmittelbaren oder auch erweiterten Familienumkreis den Hof übernehmen“, weiß Florian Jungreithmeier von der Perspektive Landwirtschaft. Dennoch wünschen sich die Altbauern natürlich, ihr Lebenswerk in gute Hände zu übergeben.

Eigene Organisation gegründet
Gleichzeitig, und das ist die gute Nachricht, können sich immer mehr junge Menschen ohne agrarischen Hintergrund für die Landwirtschaft begeistern. „Aber es gibt auch viele sogenannte weichende Erben, deren Geschwister bereits den elterlichen Hof übernehmen“, so Jungreithmeier. Seine Organisation hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, über die Möglichkeiten der außerfamiliären Hofübergabe zu informieren. Und das mit Partnern von der EU über das Ministerium und den Kammern bis zur Landjugend.

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Wir brauchen neue Wege in der Hofübergabe, um alte Betriebe zu erhalten. Wenn wir Einsteiger für die Landwirtschaft gewinnen, ist das ein Gewinn für den gesamten ländlichen Raum.

Florian Jungreithmeier, Perspektive Landwirtschaft

Experten informieren
In Wieselburg findet am 11. und 12. November etwa ein Seminar zu eben diesem Thema statt, bei dem auch Rechtsexperten und Mediatoren sowie Betroffene das Wort ergreifen werden. Grundlegende Infos gibt es auch bei einer bäuerlichen Soirée in der Landwirtschaftlichen Fachschule in Krems, am 21. November ab 19 Uhr. Während es bei dem zweitägigen Seminar vor allem um rechtliche Probleme - und deren Lösungen - gehen wird, stehen bei dem Infoabend eher zwischenmenschliche Aspekte rund um die Hofübergabe mit dem Experten Josef Stangl vom Mediationsnetzwerk Hofnachfolge im Fokus.

Anmeldung und alle weiteren Informationen unter 0660/11 33 211

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