„Krone“-Gastkommentar

Christian Baha: Verscherzt

Kolumnen
16.10.2022 06:00

Die Prager Burg gilt als zweitgrößtes Burgareal der Welt. Seit dem Mittelalter schreibt die mächtige Festung Geschichte. Am 23. Mai 1618 warfen Protestanten drei Katholiken aus dem Fenster. Der Prager Fenstersturz war der Beginn des Dreißigjährigen Krieges, von dem sich Europa erst über 100 Jahre später erholte.

404 Jahre später haben sich 44 Regierungschefs aus ganz Europa in jener Burg getroffen. Krieg, nicht Religion war das Thema, und es wurde auch niemand aus dem Fenster geworfen. Russland und Weißrussland waren als einzige Staaten Europas nicht geladen.

Es war ein starkes Signal des vereinten Europas, jedoch nicht in Richtung Frieden. Die Präsidentin des EU-Parlamentes, Roberta Metsola, forderte schwere Waffen und deutsche Panzer gegen Russland. Die tschechische Verteidigungsministerin Jana Cernochova scherzte, dass ein von 11.000 Spendern finanzierter T-72-Panzer für die Ukraine ein passendes Präsent für Putin zum 70er sei. Ihr slowakischer Amtskollege Jaroslav Nad wiederum bezeichnete zwei Radhaubitzen für die Ukraine als „Geschenk für Putin“.

De facto hat sich Österreich zu immerwährender Neutralität verpflichtet, jedoch finanzieren wir längst Waffen für die Ukraine mit. De facto wird der EU-Rat am 20. und 21. 10. beschließen, was auf der Prager Burg besprochen wurde. Immer mehr Waffen und noch direktere Beteiligung von EU-Staaten werden den Krieg wohl kaum beenden. Nur Friedensgespräche mit Putin.

Christian Baha (Gastkommentar)

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