Harte Zeiten stehen auch den Wirten bevor. Die Teuerungen aller Art lässt die Ausgabebereitschaft sinken. Die Krise hat zudem viele Gastronomen zum Umdenken gezwungen. Speiseplanänderungen müssen durchgeführt werden, aber auch Betriebsschließungen stehen im Raum.
„Extrem herausfordernd“, so sieht Stefan Sternad, Obmann der Kärntner Wirtschaftskammer-Fachgruppe Gastronomie, die kommenden Monate für seine Branche. „Nicht nur der Mitarbeitermangel, auch die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg und die Teuerungswelle hinterlassen Spuren. Die Politik hätte früher Maßnahmen setzen müssen“, kritisiert Sternad. „So sind wir nun gefordert, selbst zu handeln.“
Harte Zeiten stehen bevor. Wir dürfen nicht aufgeben und müssen Alternativen finden, um das zu überstehen!
Stefan Sternad, Gastro-Sprecher
So wollen viele Kärntner Wirte nun nicht nur die Raumtemperaturen senken, sondern auch ihr Speiseangebot der Situation anpassen. „Wir müssen in den Markt eingreifen und zumindest für eine gewisse Zeit auf teure Lebensmittel wie Öl oder Steaks verzichten. Wenn wir beispielsweise Frittiertes oder ein 35 Euro teures Pfeffersteak von der Karte nehmen, kann sich der Markt erholen, die Nachfrage sinkt und die Preise könnten sich normalisieren.“
„Gästen etwas bieten, was auch leistbar ist“
Claus Spitzbart vom Klagenfurter Restaurant Princs: „Wir müssen auf Alternativprodukte umstellen, Gästen etwas bieten, was auch leistbar ist. Die Qualität soll dabei aber dieselbe bleiben!“ Ein Rückgang der Ausgabebereitschaft der Kunden sei bereits zu spüren. Spitzbart: „Die Leute geben weniger aus und konsumieren auch deutlich weniger. Die Teuerung ist mittlerweile in den Köpfen aller.“
Wirte versuchen alles, damit der Kunde trotz Teuerungen ins Gasthaus kommt. „Die Speisekarte muss verändert werden. Auf teuere Menüs werden wir verzichten müssen, dafür hochwertige andere Produkte anbieten“, so Wirte-Sprecher Stefan Sternad.
Vertreter befürchten weitere Gastroschließungen
„Vor allem in den nächsten Monaten können wir davon ausgehen, dass weitere Lokale für eine gewisse Zeit zusperren. In einigen Fällen kommt das derzeit fast billiger, als offenzuhalten“, so Sternad. Christian Gelter vom gleichnamigen Wirtshaus in St. Veit: „Bei uns fehlt es an Mitarbeitern. Das zwingt uns, unsere Öffnungszeiten einzuschränken. Wir haben nur drei Tage in der Woche geöffnet. Andere Kollegen schließen komplett oder sperren nur abends auf.“
„Es wird wieder besser!“
Die Hoffnung stirbt jedoch bekanntlich zuletzt. „Wir befinden uns aktuell zwar in einem Tief, schauen nach unten. Aber es wird wieder besser. Wir müssen nur Alternativen finden und dürfen nicht aufgeben“, will Sternad seinen Kollegen Mut machen.
„Plus werden wir Hoteliers keinesfalls verzeichnen“
Auch bei den Kärntner Hoteliers sorgt die Teuerung für Engpässe. „Wir müssen Veränderungen her, sonst werden wir die kommenden Monate nicht stemmen können“, weiß der Kärntner Hotelier-Sprecher und selbst Hotelbetreiber Sigismund Moerisch. Gefordert seien vor allem Betriebe mit Wellnessbereichen. „Natürlich haben wir auch in Küche und Restaurant mit Energiepreisen zu kämpfen. Ein enormer Verbrauch ist aber bei Schwimmbädern und Saunen zu verzeichnen.“
Betriebszeiten einschränken und Kunden sensibilisieren
Moerisch rät daher, Betriebszeiten einzuschränken, um den anfallenden Kosten wenigstens etwas entgegenwirken zu können. „Das werden die Gäste auch verstehen. In den Sommermonaten haben wir bei uns die Saunen nur bei Voranmeldung eingeschaltet. Und es hat auch funktioniert“, so der Betreiber des Hotels „Das Moerisch“ in Seeboden. „Auch die Außenbeleuchtung der Hotelanlagen könnte früher abgeschaltet werden.“ Zudem wolle man die Kunden sensibilisieren: „Etwa beim Handtuchverbrauch.“
Die Zimmerpreise werden jedenfalls steigen, „aber nicht um 15 Prozent, wie es notwendig wäre, sondern wie bei Seilbahnen um etwa sieben Prozent. Die restlichen Prozente versuchen wir mit Maßnahmen zu kompensieren, wissend, dass das nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist“, so der Sprecher. „Auch bei einem guten Geschäftsgang werden wir heuer wesentlich weniger verdienen als üblich - damit müssen wir rechnen.“








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