64.000 Euro „gewonnen“

Betrugs-Prozess: Magneten im Roulette-Kessel

Gericht
21.09.2022 19:00
Porträt von Chantal Dorn
Von Chantal Dorn

Ein Trickbetrüger aus Georgien betrog Casinos in Bregenz, Salzburg, Wien. Vor Gericht in Feldkirch will er von dem Betrug nichts gewusst haben. Ein Freund hätte ihm gesagt, was er setzen solle. 

Sie waren auf der Siegerstraße: 64.000 Euro „gewannen“ die Männer rund um einen Geschäftsmann aus Georgien in Casinos von Bregenz bis in die Schweiz. Beim Roulette, zuletzt 26.000 Euro in Salzburg. Doch sie spielten - falsch! Sie hatten die Roulettekessel mit Gummiplättchen und Magneten manipuliert, nachdem einer Schmiere stand, zwei die Croupiers ablenkten und der Vierte die Dinge anbrachte.

In Wien festgenommen
Die Videoüberwachung zeigte das, die Casinos Austria warnten ihre Angestellten und Spielstätten vor - und im Casino Wien wurden der Angeklagte und Mittäter auf frischer Tat ertappt und verhaftet.

Sechs Monate Haft
Vor Gericht in Feldkirch gibt sich der Georgier (55) ahnungslos. Sagte, ein Freund hätte ihn angewiesen, auf eine bestimmte Zahl zu setzen. Damals hätte er keine Ahnung gehabt, dass das ein Betrug sein solle. 500 Euro habe er dafür bekommen - er, der angeblich mit Wohnungen in Georgien und Moskau 20.000 Dollar monatlich verdiente. Dann wäre aber die Spielsucht gekommen. Das Urteil lautet 18 Monate, davon sechs unbedingt. Richter Dietmar Nussbaumer betont, dass es sich „um eine höchst professionelle Vorgehensweise“ gehandelt habe, die bis zum Entdecken der Tat auch eine recht erfolgreiche war...

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