Umringt von 14 (!) Dreitausendern, findet sich tief im Herzen der Schobergruppe die Elberfelder Hütte, die Lukas Zipper (25) und Freundin Ramona heuer ihre erste Saison als Hüttenwirte führten.
Allein schon die Wanderung zur Elberfelder Hütte ist ein wunderbares Bergabenteuer durch die einsame Wildnis des hochalpinen Gößnitztals.
Um es zu genießen, muss man sich aber Zeit nehmen: Egal, ob von Heiligenblut, Kals oder der Lienzer Hütte - fünf, sechs Stunden dauert es, bis man die Schutzhütte der Sektion Wuppertal des Deutschen Alpenvereins (DAV) in 2346 Meter Höhe erreicht hat.
„Wir leben von Weitwanderern, die entlang des Wiener Höhenweges durch den Nationalpark Hohe Tauern marschieren oder die Alpen-Überquerung machen“, erzählt Hüttenwirt Lukas: „Tagesgäste kommen seltener zu uns auf Besuch.“
Der HTL-Absolvent und angehende Bergführer hat sich mit Freundin Ramona Schwarzl hier seinen Traum erfüllt: „Ich bin auf Hütten aufgewachsen. Meine Eltern bewirtschafteten jahrelang das Hubertushaus an der Hohen Wand in Niederösterreich und waren auf der Bramer Hütte im Osttiroler Defreggental. Zuletzt hat mein Vater Herbert Mayerhofer elf Saisonen lang die Elberfelder Hütte gehabt, bevor ich sie von ihm übernommen habe. Er ist aber weiterhin da und unterstützt uns in der Küche.“
Obwohl die Elberfelder Hütte bis zu 60 Bergsteigern und Wanderern Platz bietet, sieht man die fast vier Monate ohne Ruhetag Lukas, Ramona und Herbert nicht an. Gut gelaunt wird jeder Wanderer willkommen geheißen. „Wir sind ein Familienbetrieb und zu dritt auf der Hütte! Meine Schwester Luisa hat im August zwei Wochen lang ausgeholfen, und jetzt ist meine Mutter Simone hier, um uns beim Zusammenräumen zu unterstützen.“ Denn der Bergsommer geht langsam zu Ende. „Am 22. September kommt uns der Hubschrauber holen“, so der gebürtige Niederösterreicher, der seit vier Jahren in Lienz lebt. Denn ohne Hilfe aus der Luft wäre die Versorgung unmöglich. „Der Müll, die leeren Fässer und vieles mehr, wie der Geschirrspüler und die Waschmaschine gilt es ins Tal zu bringen, weil die Leitungen sonst im Winter einfrieren würden.“
Verständlich, dass jetzt alle mitanpacken, um die Hütte - die über ein eigenes Wasserkraftwerk verfügt - winterfest zu machen.
„Es war ein toller Sommer, dennoch freuen wir uns jetzt einmal darauf, zwei, drei Wochen lang Urlaub machen“, schmunzelt Lukas, der nach seiner ersten Saison als Hüttenwirt viele schöne Momente mit ins Tal nimmt. „Es gab viele Highlights. Gespräche mit Wanderern, aber auch die wenigen Stunden, die Ramona und ich für uns hatten und die wir für Bergtouren nutzten.“ Obwohl die Saison gerade erst zu Ende geht, freuen sich Lukas und Ramona bereits auf das kommende Frühjahr, wenn sie wieder Wanderer auf der Elberfelder Hütte begrüßen dürfen.









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