Kann man einer Elektroimpulswaffe - wie sie etwa die Polizei verwendet - widerstehen? Eine Frage, die erst jüngst im Zuge einer Gerichtsverhandlung aufgeworfen wurde.
Es war eine Gerichtsgeschichte in Wien, die für Staunen sorgte. Ein wirklich böser Stalker brach in die Wohnung der Angebeteten ein, die Mutter alarmierte die Polizei, diese holte die WEGA als Unterstützung. Denn der Mann war mit Samuraischwert und Totschläger bewaffnet. „Es war alles so eng“, schilderte der WEGA-Mann vor Gericht - man entschloss sich zum Einsatz des Tasers, der den Mann durch Stromstöße eigentlich kampfunfähig machen sollte.
Doch der reagierte nicht. Zumindest nicht wie vorgesehen. „Er krampfte ein bisschen, ging in die Küche, zog sich den Taserpfeil raus - und ging erneut auf uns los“, so der Beamte. Auch ein zweiter „Schuss“ mit dem Taser brachte wenig.
Muskulatur an Stromreize gewöhnt
Des Rätsels vermeintliche Lösung: Der Angeklagte machte regelmäßig EMS-Training - jenes spezielle Training mit Strom, das Muskeln aufbaut. Die „Krone“ sprach mit Andreas Spiegl, einem zertifizierten EMS-Trainer aus Wien-Penzing. Und der bestätigte: „Ja, wenn der Mann regelmäßig trainiert, dann ist seine Muskulatur an Stromreize gewöhnt.“ Und der Profi weiß: „Wenn ich noch dazu aktiv mitarbeite, mit Körperspannung, dann hat’s das Trainingsgerät schwerer und braucht stärkere Impulse. Und wohl auch ein Taser.“
Aber es gibt tatsächlich auch Menschen, die „stromresistenter“ sind, zumeist Männer: „Deren Haut ist fester, horniger. Es kommt auch auf den Flüssigkeitshaushalt des Körpers an. Je höher, desto bester wird der Strom geleitet“, erklärt Spiegl weiter.
Dass der Taser in diesem Fall nicht funktionierte, führt das Innenministerium auf Anfrage aber auf einen anderen Umstand zurück: Um die volle Wirkung des Tasers zu entfalten, müssen die beiden abgeschossenen Elektroden mindestens 25 Zentimeter Abstand zueinander aufweisen. Das dürfte hier nicht so gewesen sein. Einen Trainingseffekt schließt die Exekutive aus.









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