Tempo 100 kommt wieder zwischen Wals und Salzburg-Nord. Der Luft-80er hat ausgedient. Grund: Die Schadstoff-Werte haben sich in den vergangenen Jahren stark verbessert, meint der zuständige Grüne-Politiker.
Ausgerechnet der Chef der Salzburger Grünen, Heinrich Schellhorn, hat die Tempo-Maßnahme seiner Vorgängerin Astrid Rössler wieder begraben. Der von vielen Salzburgern ungeliebte flexible 80er auf der Stadtautobahn ist bald Geschichte. Jedenfalls noch heuer – ein Entwurf der Verordnung ist da, nur noch ein Beschluss fehlt. Dann können die Lenker wieder auf das Gaspedal treten. Aber vorerst nur auf dem 10,3 Kilometer langen Abschnitt zwischen Wals-Siezenheim und Salzburg-Nord. Auf der A10 wird der Luft-Hunderter weiter gelten – zumindest noch ein Jahr.
Doch wie kann es sein, dass gerade ein Politiker, der sich als Klimaschutz-Kämpfer plakatiert, eine solche Umwelt-Maßnahme beendet? Schellhorn war rechtlich gezwungen, wie er erklärte: „Die Stickstoffdioxid-Werte haben sich verbessert.“ Die Grenzwerte des Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L) von 35 Mikrogramm pro Kubikmeter werden seit zwei, die EU-Grenzwerte dazu seit drei Jahren eingehalten. Daher fehlte die Rechtsgrundlage. „Es war eine auf Fakten basierte Entscheidung, keine politische“, war Schellhorn um Feststellung bemüht.
Luftwerte werden trotz 100er nicht steigen
Paradoxerweise sollen die Luftwerte auch künftig nicht mehr steigen, meinten die Landexperten. „Die Autos werden sauberer“, so die Erklärung. Im gleichen Atemzug mit dem Ende des Luft-80ers plädierte Schellhorn für neue bundesweit geltende Tempo-Limits, ganz nach dem skandinavischen Modell: 100 auf Autobahnen, 80 auf Landstraßen, 30 im Ort. Er appellierte sogar an die Salzburger Lenker, der Umwelt zuliebe weiter nur mit Tempo 80 zu fahren.
Übrigens: 22 Millionen Euro an Strafgeldern hat das Land durch den Luft-80er eingenommen. Alles Geld für den Klimaschutz. Nun rechnet das Land mit einer Million Euro weniger pro Jahr. Aber: „Ohne Auswirkung auf das Klimaschutz-Budget.“









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