Elf Jahre lang hat die Europäische Zentralbank (EZB) so getan, als gäbe es keine Zinsen mehr: Geld war reichlich zu haben und spottbillig, die Droge wirkte. Wenn jemand was von einer möglichen Inflation sagte, so wurde das von der EZB weggewischt: Nichts da, keine steigende Inflation in Sicht!
Aha, aber gekommen ist es ganz anders. Heute wissen wir: Die EZB ist in ihrer Einschätzung dramatisch falsch gelegen, jetzt erreichen die Inflationsprognosen schon die Zehn-Prozent-Schwelle. In einer Art Notwehr wurden die Zinsen um 0,75 Prozent, der größte Schritt bisher, hinaufgeschnalzt.
Wie es weitergeht, ist leicht zu erkennen: Jetzt werden einmal die Kredite schnell teurer, da sind die Banken erfahrungsgemäß schneller als unsere Fußballer (was auch nicht allzu schwer ist). Wer glaubt, es damit überstanden zu haben: Nein, da kommen noch weitere Erhöhungen, Kreditnehmer, bitte, warm anziehen oder zumindest Fixzinssätze vereinbaren.
Und bei den Sparzinsen? Da muss es doch auch endlich in der Kassa klingeln? Tja, da heißt es geduldig sein. Anders als bei den Krediten wird das in Trippelschrittchen funktionieren: Musste man bisher mit einer Lupe die Zinsen-Gutschrift suchen, so kommen jetzt die ersten Anhebungen, vor allem bei längerer Bindung.
Wer da freudig in die Hände klatscht, bitte zuerst nachrechnen: Eine Inflation, die bei neun Prozent liegt und Sparzinsen mit vielleicht einem Prozent, da bleibt ein unfassbares Verlustgeschäft.
Zu verdanken haben wir das einer EZB, die sich völlig verschätzt hat.








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