„Was soll man sagen, wenn man hört, was man in einer Nacht zerstört hat und ein Volk ohne Land ist?“ So heißt es in dem von Rainhard Fendrich 2016 komponierten Song „Frieden“, den der großartige Sänger und Songwriter zum Abschluss seines fulminanten Konzertes auf der Festung Kufstein gab. Diese in der Gegenwart als prophetisch zu sehenden Zeilen sorgten für betroffene Stille in der randvoll besetzten Arena der Josefsburg, da jeder dieses Lied Fendrichs als seinen Kommentar auf Putins Krieg verstand.
Nun aber spulen wir das Geschehene gute vier Stunden zurück - zu jenem Zeitpunkt, als um 18 Uhr ein von Donnerschlägen untermalter Starkregen über die Festungsstadt hereinbrach, der gleichzeitig eine herbstliche Kühle mit sich brachte.
Ein niveauvoller und perfekter Live-Genuss
„Starkregen“ nennt sich die 2019 erschienene CD sowie die Corona-bedingt dreimal verschobene Tournee des österreichischen Barden. Wobei der Titel „Starkregen“ von Fendrich mit einem Augenzwinkern gewählt wurde, da sein Vorname „Rainhard“, wenn man diesen durch englische Übersetzungsprogramme laufen lässt, „Starkregen“ lautet.
Fast pünktlich um 20 Uhr: Fendrich und seine vierköpfige deutsch/österreichische Band starteten mit dem Song „Rock‘n Roll Band“. Die Spielfreude der fünf Musiker war von diesem Augenblick an hör-, fühl- und sichtbar. Auf eine fulminante Bühnenshow wurde verzichtet, dafür gab es ein stimmiges und sehr ausgeklügeltes Licht. Man spürte, dass die Livemusik im Vordergrund stehen soll. Diesem Ansinnen wurde vollkommen Genüge getan. Das mehr als zwei Stunden dauernde Programm, das durch eine Pause unterbrochen wurde, brachte Neues, welches klug mit „Bekanntem“ durchmischt wurde.
Zugabenblöcke brachten die bekannten Hits
Im ersten Zugabenblock spielte Fendrich anfangs solo an der Gitarre. Dann folgten Hits, welche eigentlich schon heimisches Kulturgut darstellen, wie etwa „Macho Macho“, „Oben ohne“ und die immer junge „Strada del Sole“. Da aber ein Zugabenblock zu wenig war und sich der seit nun rund 45 Jahren auf der Bühne stehende Fendrich dessen bewusst ist, gab es noch einen zweiten Zugabenblock. Und in diesem wurde sie gespielt, die vom Publikum mit Freude und Begeisterung erwartete heimliche Hymne Österreichs „I am from Austria“.
Während an diesem schon so kühlen Herbstabend die Nebel aus dem Kaisertal zogen und kalte Regentropfen auf die Dächer Kufsteins fielen, machte es ein Künstler möglich, mit der Kraft seiner Lieder den Regen zu vertreiben und sommerlichen Sonnenschein zumindest auf der Festung Kufstein zu verbreiten. Hubert Berger









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