Behörden aktiv

Hausdurchsuchung im Fall Kellermayr in Bayern

Nach dem Tod der oberösterreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr, die massiv von Impfgegner bedroht worden war, werden nun plötzlich die Behörden aktiv. In Deutschland hat es am Freitag eine erste Hausdurchsuchung gegeben ...

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Monatelang wurde die Allgemeinmedizinerin von unbekannten Tätern mit Mord bedroht, beschimpft und belästigt. Die Ärztin, die in Seewalchen eine Praxis hatte, fühlte sich von der Behörden nicht ernst genommen. Vergangenen Freitag nahm sie sich das Leben.

Ermittlungen in München und Berlin
Doch nun kommt plötzlich wieder Bewegung in die Sache. Die Staatsanwaltschaft Wels hat im Zusammenhang mit den Bedrohungen die Kollegen in München und Berlin eingeschaltet. So tragische es klingen mag, erst der Tod der Ärztin hat das offenbar möglich gemacht. „Nun handelt es sich um eine gezielte Form der gefährlichen Drohung“, so die Welser Staatsanwaltshaft.

Und die Münchner Staatsanwaltschaft wurde schnell aktiv. Am Freitag gab es eine erste Hausdurchsuchung bei einem Verdächtigen - der allerdings schon seit Mai namentlich bekannt ist. Damals hatte die LPD Oberösterreich den Verdächtigen ausgeforscht und bei der Staatsanwaltschaft Wels angezeigt.

Datenträger sichergestellt
„Am frühen Morgen wurde durch die Kriminalpolizeiinspektion Fürstenfeldbruck am Wohnort des 59-jährigen Beschuldigten ein von der Generalstaatsanwaltschaft erwirkter richterlicher Durchsuchungsbeschluss vollzogen. Dabei wurden u.a. Datenträger sichergestellt, die derzeit ausgewertet werden. Der Beschuldigte zeigte sich dabei kooperativ“, so der Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft Klaus Ruhland.

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Gegenstand der Ermittlungen sind im Wesentlichen die Tatvorwürfe der Bedrohung und der Nachstellung (...).

Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft Klaus Ruhland

Bedrohung und Nachstellung
„Gegenstand der Ermittlungen sind im Wesentlichen die Tatvorwürfe der Bedrohung und der Nachstellung, die sich auf Äußerungen des Beschuldigten im Internet und in sozialen Medien gegen die verstorbene Ärztin gründen.“ Eine dieser (auch über Twitter verbreiteten) Äußerungen lautet beispielsweise: ,(...) wir beobachten Sie, und, wir werden solche Kreaturen vor die in Zukunft einzurichtenden Volkstribunale bringen! (...)‘“, so Ruhland weiter.

Verdächtiger auf Twitter gesperrt
Der 59-Jährige Verdächtige hatte noch wenige Tage vor dem Tod der Ärztin auf Twitter unter einem Tweet von Kellermayr damit geprahlt, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen ihn eingestellt habe. Und dann erneut von einem Tribunal gegen Kellermayr gesprochen. Der Account wurde wenig später gesperrt.

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