Der Tod von mehr als 50 ukrainischen Kriegsgefangenen im russisch kontrollierten Gefangenlager Oleniwka außerhalb von Donezk hat auch bei der ukrainischen Diaspora in Österreich für große Wut und Empörung gesorgt. Aus diesem Anlass demonstrierten am Sonntagabend Hunderte Ukrainerinnen und Ukrainer am Wiener Heldenplatz.
„Dieser terroristische Akt wird nie vergessen werden. Sie haben unsere Soldaten in diesem Konzentrationslager ermordet“, erklärte ein Mitorganisator. Wie alle aktiven Teilnehmer der Demonstrationen machte er Russland für den Tod seiner Landsleute verantwortlich. Die von Moskau verbreitete Version, dass die ukrainische Armee mit gezieltem Beschuss die Kriegsgefangenen selbst umgebracht haben könnte, blieb am Sonntagabend völlig unerwähnt.
In Reden und auf Transparenten forderten die Demonstranten am Heldenplatz insbesondere die offizielle Erklärung von Russland zu einem „Terrorstaat“. Gleichzeitig ließen sie wenig Zweifel daran, dass Oleniwka nach dem Massaker im Kiewer Vorort Butscha eine weitere einschneidende Episode das aktuellen Kriegs von Russland gegen die Ukraine ist, der seit mittlerweile 158 Tagen andauert.
Vorwürfe auch gegen den Westen
„Männer und Frauen, die alles gegeben haben, um Mariupol zu verteidigen, wurden in diesem Gefängnis vernichtet. Uns ärgert, dass wir nicht genug getan haben, um sie zu schützen“, sagte Andrij Karioti, einer der Organisatoren der Demonstration. In seiner Ansprache hatte er zuvor auch Kritik an internationalen Partnern der Ukraine geübt: All das habe auch deshalb passieren können, weil kein einziger Politiker aus Österreich und der Europäischen Union etwas unternommen habe, um diese seit 90 Tage in Kriegsgefangenschaft befindlichen Verteidiger von Mariupol zu retten, erklärte der Aktivist.
















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