01.08.2022 06:00 |

Nächster Tiefschlag

Spaziergänger haben Hausverbot in der Arche Noah!

Der nächste Tiefpunkt im Trauerspiel rund um die „Arche Noah“: Ehrenamtliche dürfen ab sofort nicht mehr zu ihren Schützlingen.

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Sie haben oft alles verloren, ihren geliebten Besitzer, wurden von der Familie getrennt, sind traumatisiert - das einzige, was vielen Hunden im Heim noch Lichtblick ist, ist der Spaziergang, raus aus dem Zwinger. Dutzende Ehrenamtliche waren es, die solche Spaziergänge gemacht haben. Aber ab sofort dürfen diese das Heim nicht mehr betreten!

Das ist auch menschlich ein Trauerspiel. „Unter uns sind Spaziergänger, die tief verzweifelt sind und um ihre Schützlinge weinen“, sagt Sprecherin Nina Saufüssl, selbst schon seit 25 Jahren im ehrenamtlichen Einsatz. „Und voller Sorge sind um die Hunde, schließlich haben sie sich liebevoll um sie gekümmert, sie trainiert, sie ein bissl verwöhnt.“

Was ist aber der Grund für diese Entscheidung, die von Aktiver-Tierschutz-Sprecherin Katharina Gründl bestätigt wird? „Das hat rein rechtliche Gründe. Wegen der Tierhaltesonderverordnung, nach der keine Person hinein darf ohne geschultes Personal.“ Und wieso ging das dann bisher? „Das war ein gewachsenes System.“

Kritiker orten Machtdemonstration und Schikane und vermuten ganz andere Beweggründe. Man wolle damit den Druck erhöhen - der Vertrag mit dem Land wurde ja gekündigt, weil dieses der Forderung nach mehr Geld nicht umgehend nachgekommen ist. Argumentiert wird von Gründl, dass die Pfleger zu hohen organisatorischen Zeitaufwand damit hätten, die Tiere an die Ehrenamtlichen zum Spaziergang auszuhändigen.

Kurz in den Auslauf. . .

Aber sie haben genug Zeit, um selbst die Spaziergänge zu übernehmen? Denn dass aktuell sieben Pfleger zu ihren umfangreichen Basisarbeiten täglich laut Gründl 80 Hunde artgerecht bewegen können geht sich nicht leicht aus. Gründl: „Die Tiere kommen nach wie vor täglich raus.“ Nachsatz: zumindest kurz in den Auslauf. . .

Auch sei das nur eine Maßnahme auf Zeit, „wir sind um Lösungen bemüht“. Die Spaziergänger selbst haben (siehe Faksimile mit Saufüssls Protokoll) schlüssige vorgelegt - diese wurden alle abgelehnt. Eine Maßnahme, die all jenen recht zu geben scheint, die sagen: Hier geht es nur noch um Geld. Auf dem Rücken hilfloser Tiere.

Ehrenamtliche haben Arche 98.250 Euro erspart

Übrigens: Laut Jahresbericht haben die Ehrenamtlichen 2019 19.650 Stunden aufgewendet - und damit 98.250 Euro erspart!

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