
100-Millionen-Euro-Markt für Emmi, NÖM, Nestle, Tchibo, Jacobs und andere. Auch Handelsmarken legen stark zu.
„An den Tankstellen ist fertiger Kaffee im Becher schon Nummer 2 nach Red Bull. Das ist ein Energydrink, aber ohne Gummibärli-Geschmack“, schmunzelt NÖM-Vorstand Alfred Berger über den Umsatz-Kick durch gekühlte Kaffeegetränke. Rund 60 Millionen Dosen und Becher trinken wir im Jahr. Insgesamt dürfte der Markt schon über 100 Millionen Euro groß sein, alleine im Lebensmittelhandel wuchs der Absatz zuletzt um 12 Prozent auf 79 Millionen Euro.
Gründe für den seit Längerem anhaltenden Boom sind der generelle Trend zu Essen und Trinken „to go“, Corona habe zusätzlich den Verkauf von Marken-Kaffee angekurbelt, meint Sabrina Schmid, Marketingleiterin von Emmi (Marktführer mit fast 31% vor NÖM): „Die Konsumenten haben sich da sozusagen mehr gegönnt. Durch die Inflation wachsen seit ein paar Wochen nun wieder die Handelsmarken der Supermärkte schneller, sie machen 45% des Verkaufs aus.“
Dort zählt der niedrigere Preis, die namhaften Hersteller setzen dafür stärker auf Innovationen. Emmi etwa verweist auf Varianten mit weniger Zucker, ohne Zusatzstoffe oder mit dem Ersatz von Kuh- durch Mandelmilch.
NÖM hat neben der Eiscafé-Literpackung auch wiederverschließbare Fläschchen mit neuer Rezeptur („mit Flüssigextrakt direkt aus der Arabica-Bohne“) und betont die heimische Milch darin. Tchibo-Chef Erik Hofstädter hat seine neuen Drinks in Kartondosen mit einer Hafermilch-Variante ergänzt, der Kaffee aus zertifiziertem nachhaltigem Anbau wird nach der Cold-Brew-Methode 14 Stunden lang aus den Bohnen extrahiert.
„Der Trend zu weniger süßen oder Produkten mit pflanzlichem Milchersatz ist zu erkennen“, bestätigt Nescafé-Manager Christian Fellner, der zuletzt Marktanteile gewonnen hat. An entsprechenden Sorten wird gearbeitet.
Selbst café+co als Spezialist für Kaffeeautomaten in Betrieben und öffentlichen Gebäuden bietet zwei Eiskaffees in umweltfreundlicher Papp-Dose an. „Das ist die optimale Ergänzung in unseren Snack- und Kaltgetränkeautomaten. Wobei man sagen muss, dass das sehr abhängig von den Temperaturen ist – je höher, desto mehr Nachfrage“, weiß Geschäftsführer Fritz Kaltenegger.















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