Bildungsdirektor prüft

Vorwürfe nach Tod von Berufsschüler bei Ausflug

Wien
13.07.2022 18:47

Nachdem ein Berufsschüler Ende Juni bei einem Ausflug ums Leben gekommen war, erheben seine Mitschüler jetzt Vorwürfe gegen die Lehrkräfte. Sie sollen bei 35 Grad Celsius weder eine Pause vom Sport gemacht noch schattige Plätze aufgesucht haben dürfen. Die Bildungsdirektion prüft den Fall, die Staatanwaltschaft ermittelt jedoch nicht.

Der 22-Jährige war am 30. Juni in der Mittagshitze zusammengebrochen, laut der Wiener Berufsrettung hatte er einen Herz-Kreislauf-Stillstand und war noch an Ort und Stelle verstorben. Die Berufsschulgruppe absolvierte ein Schnuppertraining bei den Vienna Vikings. An diesem Tag soll es 35 Grad Celsius und kaum schattige Plätze für Pausen gegeben haben.

„Es wurden vor Ort von den Polizisten Erhebungen durchgeführt. Es gab auch eine kriminalpolizeiliche Berichterstattung. Die Staatsanwaltschaft wurde mittels Abschlussbericht auch in Kenntnis gesetzt. Aber eine Obduktion wurde nicht angeordnet“, sagte Polizeisprecher Markus Dittrich im Ö1-„Mittagsjournal“.

Lehrkräfte sollen keine Pausen erlaubt haben
Zeugen des Vorfalls hätten sich bisher nicht gemeldet. Nun äußerten die Mitschüler und Mitschülerinnen jedoch Vorwürfe gegen die anwesenden Lehrkräfte. Eine Schülerin, der schwindlig geworden sei, habe eine Lehrkraft etwa erklärt, dass sie nicht herumsitzen, sondern mitmachen solle, heißt es im „Kurier“. Zudem hätten die Schüler und Schülerinnen während des Trainings keine Pause im Schatten machen dürfen. 

Der Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer (Bild: APA/Georg Hochmuth)
Der Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer

Der verstorbene junge Mann soll aber nicht dazu gedrängt worden sein, weiterzumachen, sagte Bildungsdirektor Heinrich Himmer im Ö1-„Morgenjournal“. „Das kann ich jetzt so nicht bestätigen. Das sind nicht die Rückmeldungen, die mir die Schule gibt“. Ein Ersthelfer-Team soll am 30. Juni vor Ort gewesen sein, die Lehrkräfte hätten die Schüler und Schülerinnen dazu aufgerufen, Wasser zu trinken.

Himmer will den Fall jetzt aber auf dienstrechtliche Vergehen untersuchen lassen, weil es unterschiedliche Stellungnahmen gebe. Das Lehrpersonal werde zu dem Vorfall bereits befragt. Die Mitschüler und Mitschülerinnen könnten ebenfalls gerne Stellungnahmen abgeben. Bis die Befragungen abgeschlossen sind, wird es jedoch wohl September sein, da niemand aufgrund der Sommerferien ausgeschlossen werden soll.

Staatanswaltschaft: Kein Anfangsverdacht
Künftig müsse sich die Schule ansehen, was bei ähnlichen Veranstaltungen anders gemacht und verbessert werden könne. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Fall aktuell nicht. Sie sieht keinen Anfangsverdacht in Bezug auf fahrlässige Tötung oder ein sonstiges strafbares Verhalten.

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