Mit seinen Gewalt- und Kriminalitäts-Eskapaden kommt Favoriten nicht zur Ruhe. Ein Firmenchef hat das jetzt mehrfach am eigenen Leib erlebt und denkt über die Schließung seines Traditionsbetriebes nach. Aus Sicherheitsgründen: „Ich fühl´mich hier nicht mehr wohl.“
Bandenkriege, Messerstechereien, Straßenschlachten: Trotz hoher Polizeipräsenz (zumindest am Tag) und Waffenverbotszone bleiben weite Teile von Favoriten ein brandheißes Pflaster.
Das kann für den Bezirk wirtschaftlich böse enden. Eiszar Tichy ist schon ins Grübeln gekommen, Kunden seien verunsichert – wir berichteten. Jetzt denkt der Chef einer Traditionswerkstätte (8 Mitarbeiter, seit 50 Jahren im 10. Bezirk) über die Schließung nach: „Ich fühle mich hier nicht mehr wohl und nicht mehr richtig sicher.“
Ausgelöst haben diesen Sinneswandel zwei persönliche Vorfälle. Nach einer Grillfeier bei Freunden am Mittwochabend ist der Unternehmer am Keplerplatz, praktisch unter den Fenstern der Bezirksvorstehung, überfallen worden.Von Tätern umzingelt, Brieftasche weg“ Es waren mehrere Burschen und Mädchen, etwa um die 20 Jahre alt, vermutlich Syrer oder Afghanen“, sagt der Zwei-Meter-Mann, der seinen Namen lieber anonym halten will.
Die Täter hätten ihn umzingelt, dann war die Brieftasche mit einem ansehnlichen Bargeldbetrag weg. Die Jugendlichen türmten in die dunkle Nacht. Sein Glück: Eine scharfe Klinge war diesmal nicht im Spiel.
Tagsüber wird der Keplerplatz von einem Polizeibus mit Videokameras überwacht, aber ab 22 Uhr sind die Wiener den Verbrechern wohl eher schutzlos ausgeliefert.
Bezirksrat Günter Kasal
Etwa drei Wochen davor wurde vor seiner Firma sein Elektro-Mountainbike (Anschaffungspreis: 9500 Euro) am helllichten Tag gestohlen. Es ist am Radanhänger seines Autos ordnungsgemäß angekettet gewesen. „Ich hatte es ständig im Auge. Doch als ich einen Kunden bedienen musste und abgelenkt gewesen bin, war es plötzlich weg“, so der 58-Jährige, der von seinem Vater das Geschäft nahe der Laxenburger Straße übernommen hat. Seine geplante Urlaubsradtour von Villach nach Udine fiel dadurch ins Wasser.
Der Favoritner Bezirksrat Günter Kasal wettert: „Was hilft eine Waffenverbotszone, wenn kulturferne Ausländergruppen die Bürger in den Parks ausrauben. Wien braucht bedingungslose Abschiebungen ab der ersten Straftat“, so der ehemalige Freiheitliche.
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