Notstand bei Personal

WK warnt: „Dunkle Wolken über Pflege in Tirol“

Tirol
05.07.2022 18:00

Die privaten Tiroler Sanatorien, Altenwohn- und Pflegeheime sowie Tageskliniken schlagen Alarm. Der Pflegenotstand im Land sei „akut“. Laut den Vertretern in der Wirtschaftskammer brauche es unter anderem „ eine Liberalisierung bei der Beschäftigung ausländischen Pflegepersonals“.

In allen Branchen mangelt es an Fachkräften, wie die „Tiroler Krone“ schon öfter berichtete. Kein Wunder also, dass auch die privaten Tiroler Gesundheitsbetriebe die Alarmglocken läuten. Grundsätzlich sei die Stellenbesetzung in den Spezialbereichen noch nie einfach gewesen, betont Martin Witting, Kuriensprecher der Sanatorien und Geschäftsführer der Privatklinik Hochrum. „Seit der Pandemie stehen wir aber in allen Bereichen vor großen Herausforderungen. Viele Einrichtungen sind unterbesetzt. Es gibt dunkle Wolken am Horizont.“

Hubert Innerebner, Martin Witting und Alois Schranz (v. li.) schlagen Alarm. In Tirols Sanatorien, Altenwohn- und Pflegeheimen sowie Tageskliniken ist Notstand. (Bild: Andreas Fischer)
Hubert Innerebner, Martin Witting und Alois Schranz (v. li.) schlagen Alarm. In Tirols Sanatorien, Altenwohn- und Pflegeheimen sowie Tageskliniken ist Notstand.

Ernst sei auch die Lage in den Altenwohn- und Pflegeheimen. „Allein in unseren Einrichtungen könnten fünfzig Pflegeassistenzstellen besetzt werden“, rechnet Hubert Innerebner, Kuriensprecher und Geschäftsführer der Innsbrucker Sozialen Dienste, vor.

„Die Bürokratiehürden deutlich abbauen!“
Nicht besser die Lage in den Sanatorien und Tageskliniken, wie Alois Schranz, Kuriensprecher und medalp-Gründer, sagt. Immerhin: „Derzeit verläuft alles planmäßig. Es müssen keine Behandlungen verschoben oder abgesagt werden.“ Und was schlagen die Vertreter vor, um die dunklen Wolken zu vertreiben? „Es braucht eine Liberalisierung bei der Beschäftigung ausländischen Pflegepersonals.“ Hier sieht das Pflegereform-Paket des Bundes zwar Erleichterungen vor, jedoch „darf es nicht an der Nostrifizierung scheitern. Die Bürokratiehürden müssen deutlich abgebaut werden“, meint Schranz, der vorrechnet, dass „bis 2030 österreichweit 77.000 Pfleger benötigt werden“.

Begrüßenswert sei das vom Land kürzlich präsentierte „5-mal Mehr Pflegepaket“. Laut Witting seien aber „einige Punkte noch nicht im Detail bekannt. Die Vorhaben müssen konkret ausgearbeitet werden“. Sehr erfreulich sei laut Witting die Pflegelehre, die ab 2023/24 kommt: „Es ist dringend notwendig, den Pflegeberuf der breiten Bevölkerung zu öffnen.“

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