26.06.2022 17:12 |

Viele Änderungen

Wimbledon: Beim Jubiläum fallen einige Traditionen

Viele Besonderheiten machen Wimbledon zu einem einzigartigen Tennisturnier, doch manche sterben. Das Training auf großen Plätzen ist erlaubt, auch gibt es Spiele am mittleren Sonntag. Der Center Court feiert seinen „100er“.

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Die „Krone“ berichtet aus Wimbledon

Tradition steht in Wimbledon über fast allem. Beim ältesten Grand Slam der Welt müssen Spieler nach wie vor weiße Kleidung tragen, es wird auf Rasen, dem ursprünglichsten aller Beläge, gespielt und auf den Courts gibt es im Gegensatz zu den anderen Grand Slams kaum Werbung.

Das Herzstück des nahezu Unveränderlichen ist der Center Court, der heuer unglaubliche 100 Jahre alt. Auf ihm gewann schon die legendäre Suzanne Lenglen, er erlebte mit den Finals zwischen Björn Borg und John McEnroe (1980) und Rafael Nadal gegen Roger Federer (2008) die beiden wohl berühmtesten Partien der Tennis-Geschichte.

Doch in diesem Jahr gibt es in Wimbledon erstaunlich viele Änderungen. So dürfen erstmals in der 145-jährigen Geschichte die Spieler auf dem Center Court sowie Court Nr. 1 trainieren. Eine Umstellung, die die Spieler begrüßen und die eine Konsequenz aus den vielen Ausrutschern speziell im Vorjahr ist. Damals verletzte sich etwa Serena Williams bei einem Sturz. Man hofft, dass der Rasen dann nicht mehr so feucht ist, es steht aber zu befürchten, dass er schneller kaputt wird. „Davon werden die Spieler sicher profitieren, ich glaube, dass der Rasen bald eingebettet sein wird“, meint der Weltranglisten-Zwölfte Cameron Norrie.

Mehr Tage, mehr Tickets
Zudem brach Wimbledon mit einer weiteren festen Gewohnheit: Am mittleren Sonntag wird gespielt. Bisher war das nur der Fall, wenn durch Regen Nachtragebedarf bei den Spielen bestand. Damit fällt der „Magische Montag“ weg, an dem bislang alle Achtelfinalpartien stattfanden. Diese werden nun zwischen Sonntag und Montag aufgeteilt. Das bedeutet, das mehr Fans Spiele sehen können, mehr Geld lukriert wird.

Nach wie vor ist Wimbledon das einzige Major, bei dem Spielerinnen und Spieler als „Ladies and Gentlemen“ und nicht einfach als Männer und Frauen bezeichnet werden, doch heuer wurden das Mrs. und Miss auf den weiblichen Siegerlisten, das stets im Gegensatz zum Vornamen bei den Herren stand, getilgt.

Ein Major ohne Punkte
Ein Alleinstellungsmerkmal ist heuer, dass Russen und Weißrussen gebannt sind, es dafür keine Punkte gibt. Entscheidungen, die Novak Djokovic, der als Titelverteidiger heute auf dem Center Court gegen Kwon Sonwoo eröffnen wird, nicht goutiert. „Die russischen Spieler können nichts für den Krieg, an ihrer Stelle würde ich mich sehr ärgern. Was die Punkte betrifft, mir sind sie mittlerweile egal, aber für die meisten anderen ist es bitter.“

Auch eine gewissermaßen menschliche Institution in Wimbledon fällt heuer weg. Erstmals seit 1998 (!) wird Rekordsieger Roger Federer nicht in London aufschlagen. Das passt zu diesem Jahr.

Gernot Bachler
Gernot Bachler
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