Das mittelfristige Ziel mit seinem neuen Verein sei, den Aufstieg zu schaffen. "Natürlich sehe ich mich über kurz oder lang nicht in der fünften Liga, aber wenn es sein muss, bleibe ich auch hier", erklärte der prominente Trainer, der an seinem ersten Arbeitstag von seinem Vater und seiner Freundin nach Meidling begleitet wurde. Der 47-Jährige, der als Aktiver in 94 Länderspielen 44 Treffer erzielt hatte, verließ im November 2010 vorzeitig die LASK Juniors und fand weder in der Bundesliga noch im Ausland ein passendes Angebot als Trainer.
"Aber wir ziehen das Ding jetzt durch und wenn ich in zehn Jahren noch immer da bin, weil kein Platz für mich frei ist, soll mir das auch recht sein", meinte die Austria-Legende. Selbst das Angebot, die Nationalmannschaft zu coachen, könnte den Wiener im Moment nicht aus der Reserve locken: "Falls der Trainerposten dort frei wird, mache ich das einfach nebenbei", schmunzelte Polster.
Promi-Sportarzt Zeibig folgt Polster nach Meidling
Viktoria arbeitet außerdem ab sofort mit dem bekannten Sportmedizinzier Johannes Zeibig zusammen. Der Arzt hatte Skigrößen wie Hermann Maier, Michael Walchhofer und Alexandra Meissnitzer unter seinen Fittichen und war Doktor des Vertrauens von Maier nach dessen Motorrad-Unfall Anfang der 2000er Jahre. Zeibig wird Polsters Spieler einem ersten medizinischen Test unterziehen. "Damit beweisen wir abermals, dass auch in der fünften Fußball-Leistungsklasse professionelle Arbeit möglich ist", sagte Obmann Roman Zeisel am Dienstag zur APA - Austria Presse Agentur.
Polster machte Abstriche beim Gehalt
Als große Chance für den Verein und als Aufwertung für die gesamte Liga sieht Roman Gregory, Präsident des SC Wiener Viktoria, das Engagement von Polster. "Wenn es jetzt nicht mit dem Aufstieg klappt, dann weiß ich auch nicht mehr weiter", sagte der "Alkbottle"-Frontmann. Abstriche hätte Polster auch beim Gehalt gemacht, denn der Klub, der im kommenden Jahr sein 80-jähriges Jubiläum feiert, habe nur beschränkte Mittel zur Verfügung. "Toni ist uns so weit entgegengekommen, dass wir uns nicht gleich in der ersten Saison in den Konkurs stürzen", so Gregory.
Erwartungen an den neuen Trainer sind hoch
Roman Zeisel, Vorstandsvorsitzender des SC Wiener Viktoria, sprach von einem "Riesenereignis für so einen kleinen Klub". Die Chancen auf einen Aufstieg stünden mit einer so erfahrenen Persönlichkeit aus dem heimischen Fußball natürlich besser. "Mein Traum wäre es, Meister zu werden, und die Chancen dafür liegen bei über 50 Prozent. Das ist im Fußball schon sehr viel", betonte Zeisel.
Selbst der Bundesliga-erfahrene Spieler Wolfgang Hacker (u.a. Admira Wacker, Austria Wien, SV Ried) ist überzeugt, von seinem neuen Trainer lernen zu können: "Er wird den Jungen genauso wie den Älteren wertvolle Tipps geben können." Auch wenn Zeisel zu bedenken gibt, dass nicht mehr alle etwas mit Polster anfangen könnten: "Ein heute 17-Jähriger hat die Hoch-Zeit des Toni Polster selbst nicht mehr aktiv im Stadion mitbekommen."
Ein weiteres Ziel aller Beteiligten sei es, den Sportplatz in der Oswaldgasse zu verlassen und ein größeres Gelände zu finden. "Wir würden künftig gerne mehr als 300, 400 Fans begrüßen können", sagte Zeisel.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.