Kvitova bestach im 85 Minuten langen Finale vor allem mit ihren schnellen und gut platzierten Vorhandschlägen - ihr gelangen 18 Winner. "Natürlich war ich nervös, aber ich habe versucht, fokussiert zu bleiben", berichtete die ab Montag Weltranglisten-Siebente. Nicht die 21-Jährige, sondern Scharapowa zeigte die Zitterhand: Die Siegerin von drei Grand-Slam-Turnieren (u.a. Wimbledon 2004) fabrizierte sechs Doppelfehler, gleich zwei davon beim Break zum 2:4 im ersten Satz.
Navratilova und Novotna drückten die Daumen
"Petra hat ein wundervolles Turnier gespielt, herzliche Gratulation", sagte Scharapowa nach dem verlorenen Endspiel, bis zu dem sie im Turnierverlauf keinen Satz abgegeben hatte. Die Daumen gedrückt haben Kvitova auf dem Centre Court ihre Idole und Landsfrauen Navratilova (auch US-Staatsbürgerin) und Jana Novotna, beide saßen in der Royal Box. Novotna hatte vor 13 Jahren als bis Samstag letzte Tschechin an der Church Road triumphiert. "Es ist so nett, dass sie mir Ratschläge gegeben haben", sagte Tschechiens neues Tennis-Ass.
Scharapowa durfte sich mit der kleinen Trophäe und der bisherigen Krönung ihres Comebacks trösten. Ihre Karriere war im Oktober 2008 aufgrund einer Schulter-Operation ins Stocken geraten, nun stand sie nach dem Halbfinale bei den French Open in Wimbledon sogar wieder im Endspiel. "Hoffentlich bekomme ich eines Tages noch einmal die große Trophäe", sagte Scharapowa.
Bryan-Brüder stellen mit Doppel-Sieg Rekord ein
Indes haben die Zwillingsbrüder Bob und Mike Bryan am Samstag in der Doppel-Konkurrenz von Wimbledon ihren elften Grand-Slam-Turnier-Titel gefeiert und damit den Rekord der Australier Todd Woodbridge und Mark Woodforde eingestellt. Das topgesetzte US-Duo bezwang im Endspiel die schwedisch-rumänische Paarung Robert Lindstedt/Horia Tecau mit 6:3, 6:4, 7:6 (2).
Mit dem Herren-Finale wartet am Sonntag das große Highlight des prestigeträchtigsten Turniers der Tennis-Welt. Der spanische Titelverteidiger Rafael Nadal fordert den neuen Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic aus Serbien heraus.
Melzer greift nach seinem dritten Wimbledon-Sieg
Jürgen Melzer wiederum greift am Sonntag nach seinem bereits dritten Wimbledon-Titel. Der Österreicher erreichte am Samstag an der Seite der Tschechin Iveta Benesova mit einem souveränen 6:4, 6:4-Sieg über die als Nummer acht gesetzten Daniel Nestor/Yun-Jan Chan (CAN/TPE) das Endspiel im Mixed-Bewerb. In diesem geht es am Sonntag im Anschluss an das Herrenfinale gegen das als Nummer vier gesetzte, indisch-russische Duo Mahesh Bhupathi/Jelena Wesnina.
Melzer/Benesova waren in ihrem Halbfinalspiel relativ ungefährdet, nützten ihre beiden Breakchancen sofort, während die Gegner vier ausließen. Nach nur 65 Minuten beendete Melzer mit dem insgesamt neunten Ass (den Gegnern gelangen nur drei) die Partie und fixierte damit den Finaleinzug. Sowohl der 30-jährige Deutsch-Wagramer als auch seine 27-jährige Partnerin aus Most sind Linkshänder, gelten im Endspiel aber als Außenseiter.
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