Neuer Kriegsspielfilm

„4Minus1“: Fiktion mit starkem Realitätsbezug

Tirol
07.05.2022 18:00

Laut heulen die Sirenen in Innsbruck, verzweifelt versuchen Menschen Schutz zu finden - in Europa herrscht Krieg. Was seit 24. Februar bittere Realität ist, wurde vor drei Jahren von der Tiroler Filmemacherin Melanie Hollaus als Plot für ihren ersten Spielfilm „4Minus1“ als Fiktion erdacht ...

2025 – die Europäische Union ist im Zerfall begriffen. Ihre Mitgliedsstaaten werden von Wirtschaftskonflikten und Bürgerkriegen heimgesucht, die Menschen gehen sich gegenseitig an die Gurgel. Nachdem auch Bomben in Innsbruck detonierten, finden sich drei Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten in einem Keller wieder. Gefangen. Bald schon stellen sich Hunger und Durst ein. Die Frustration steigt. Kein Wunder, ihre unterschiedlichsten Persönlichkeiten prallen aufeinander. So sehr, dass sie sich gegenseitig bekämpfen. Was sie nicht wissen: In diesem Kellerkomplex lebt eine obdachlose Frau. Und nur sie kennt einen geheimen Ausweg.

Drei Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten werden verschüttet. (Bild: 4MINUS1)
Drei Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten werden verschüttet.

Frappierende Ähnlichkeit zur Tagesrealität
Gänsehaut ist programmiert, wenn man den während der Corona-Lockdowns gedrehten Spielfilm „4Minus1“ heute ansieht. Da diese Bilder und Szenen frappierend an die erinnern, welche uns seit Wochen tagtäglich aus Mariupol, Charkiv, Kiew, Butscha und weiteren ukrainischen Städten und Dörfern ins warme, gemütliche Wohnzimmer geliefert werden.

„4Minus1“ ist dystopisch und beklemmend. Einerseits drückt er das „eingesperrt “ sein, welches wir seit Corona zur Genüge kennen, aus. Andererseits kann man das Script, welches von Melanie Hollaus und Kameramann Christoph Lammerhuber stammt, sicherlich als eine „Vorahnung“ auf den Ukraine-Krieg sehen, obwohl dieser zur Zeit der Entstehung des Films noch nicht ausgebrochen war. Hier kommen die unmittelbaren Zukunftsprognosen der beiden Drehbuchautoren zu tragen. Gedreht wurde in Innsbruck (beim Mariahilfpark) und in Wien. Als „Vier minus einem Darsteller“ konnten Lisa Hörtnagl, Carmen Gratl, Katarína Csányiová und Mario Karl Rauth gewonnen werden.

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Man spürte schon in der Zeit von Corona und vor dem Ukraine-Krieg, dass gesellschaftlich nicht mehr alles zum Besten stand.

Melanie Hollaus, Filmemacherin und Schauspielerin

Mit geringen Mitteln wird Spannung erzeugt
Schauspielerin Lisa Hörtnagl zum Projekt: „Melanie und Christoph schaffen es mit den wenigen Mitteln, die sie hatten, durchwegs Spannung zu erzeugen“. Seine Premiere feiert „4Minus1“ beim „Internationalen Film Festival Innsbruck“ am 29. Mai um 19 Uhr im Leokino.

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