26.04.2022 14:26 |

Sprache bremst

3000 Ukrainer in Tirol: Nur 156 haben derzeit Job

Rund acht Wochen nach Kriegsbeginn sind um die 3000 geflüchtete Ukrainer in Tirol. Nur ein kleiner Teil - konkret 156 Personen - arbeiten in einem Job. Hauptgrund ist vor allem das Fehlen von Sprachkenntnissen, doch das ist nicht der einzige . . .

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Bei Signe Reisch, Rasmushof-Chefin in Kitzbühel, sind bereits zwei Ukrainerinnen beschäftigt. „Eine Frau hilft meiner Assistentin, die andere ist bei den Stubenmädchen dabei“, erzählt Reisch. Sie ist von der Bescheidenheit der Flüchtlinge beeindruckt, die Spenden oft nur zögerlich annehmen würden.

Das Motto der bekannten Wirtin: „Man darf diese Frauen nicht verheizen, sie sind traumatisiert.“ Insgesamt hat sie 16 Vertriebene untergebracht, bei etlichen fehlt noch die Arbeitsbewilligung.

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Die Vertriebenen bringen vielfältige Qualifikationen mit. Es sind Ärztinnen, Buchhalterinnen und Elementarpädagoginnen dabei sowie Personen aus Einzelhandel und Dienstleistung.

Andrea Leiter

Großteils Frauen - von der Ärztin bis zur Lehrerin
Das Arbeitsmarktservice (AMS) blickte auf „Krone“-Anfrage auf die aktuelle tirolweite Situation: Demnach sind 119 Ukrainer (davon 93 Frauen) als arbeitssuchend vorgemerkt. „Mehr als die Hälfte hat sich in der Geschäftsstelle in Innsbruck gemeldet“, sagt Andrea Leiter vom AMS-Fachbereich für Migration und Asyl.

Die Vertriebenen bringen vielfältige Qualifikationen mit. „Es sind Ärztinnen, Buchhalterinnen und Elementarpädagoginnen dabei sowie Personen aus Einzelhandel und Dienstleistung“, blickt Leiter in die Statistik. Hilfreich sei, wenn die Jobsuchenden in ihrer Heimat bereits für internationale Unternehmen tätig waren. Bei manchen Ausbildungen und Jobs gebe es internationale Zertifizierungen.

Angebot an AMS: Fast 700 Stellen für Flüchtlinge
Seitens der Arbeitgeber sind die Vertriebenen sehr willkommen: „Aktuell gibt es in Tirol rund 9500 sofort verfügbare freie Arbeitsstellen. Bei 686 davon besteht explizit Interesse an der Beschäftigung von Vertriebenen“, weiß Leiter. Am ehesten könnten die Ukrainerinnen im Tourismus arbeiten - vom Küchenpersonal bis zur Reinigungskraft. Nicht selten würden Flüchtlinge und Firmen auch ohne AMS-Hilfe zueinander finden.

„Zuerst Sprache lernen, dann erst in Job wechseln“
Laut AMS sei derzeit in acht von zehn Fällen der Deutschkurs vorrangig. Dieser wird im Rahmen der Grundversorgung angeboten. Für die fernere Zukunft zu bedenken: Gelingt der Wechsel in einen regulären Job, fällt die Flüchtlingsunterkunft weg. Dann wird der Alltag in Tirol finanziell schwierig.

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