Der Niederösterreicher hofft, dass er in der Woche vor Wimbledon noch dank Wildcard bei einem Turnier antreten kann. "Es wird besser, aber es ist noch nicht so, dass ich sage, es ist schon super", sagte Melzer am Freitagnachmittag im Gespräch. Österreichs "Sportler des Jahres" 2010 hat seit seiner Rückkehr aus Paris keinen Schläger angerührt und sich zahlreichen Untersuchungen unterzogen. "Ich war bei neun Ärzten. Ich habe vieles gemacht, es bleibt aber eigentlich beim Alten. Man muss irgendwie Wege finden, dass man das wegbekommt", erklärte Melzer.
Seit Paris kein Training mehr
Österreichs zweiter Top-Ten-Spieler bei den Herren war am Donnerstag auch bei Klaus Eder, dem Physiotherapeuten der deutschen Nationalmannschaft. "Man wird schauen, dass man in den nächsten Tagen noch weitere Fortschritte erzielt", hofft Melzer, der freilich gerne noch vor Wimbledon ein Turnier spielen möchte. Infrage kämen da Hertogenbosch oder Eastbourne, allerdings bräuchte der French-Open-Halbfinalist des Vorjahres da eine Wildcard. Es ist aber durchaus möglich, dass Melzer ohne Rasenpraxis an die Church Road reisen wird.
Derzeit sieht Melzer sein Antreten in Wimbledon, wo er aus dem Vorjahr ein Achtelfinale zu verteidigen hat, eher nicht in Gefahr. "Ich glaube nicht. Es ist ein wenig besser geworden, vor allem in den letzten zwei Tagen." Trainiert hat er nichts. "Das würde es nur schlimmer machen. Ich gehe dann wieder auf den Platz, wenn ich schmerzfrei bin", bleibt Melzer bei seinem Credo, das er schon in Paris geäußert hatte.
"Natürlich belastet mich das"
Freude hat er derzeit freilich keine. "Natürlich belastet es mich. Jeder Sportler würde gerne seinen Beruf ausüben so wie er es kann. Das funktioniert bei mir im Moment nicht." Allerdings sei er, bis auf sein Handgelenk vor einigen Jahren, eigentlich seine ganze Karriere von Verletzungen verschont geblieben. "Irgendwann kommt das auch und das muss man dann nehmen so wie es ist." Die French Open verfolgt Melzer im Fernsehen derzeit übrigens nicht.
Zur lebenslangen Sperre von Daniel Köllerer (Bericht in der Infobox) wollte Österreichs Nummer 1 nur so viel sagen: "Ich kann nur sagen, dass wir jedes Jahr am Anfang so ein Ding unterschreiben und wenn man sich an das nicht hält, dann muss man mit den Konsequenzen rechnen."
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