Corona-Sünder

Schuldirektor will nach Absetzung wieder Chef sein

Mit den Covid-19-Vorschriften hatte er es nicht wirklich: Das wurde einem Volksschuldirektor im Bezirk Grieskirchen zum Verhängnis. Er trug keine Maske, lief dann bei einer Demo mit und bot mit seinem Verein eine Betreuungseinrichtung an. Er musste den Chefsessel räumen, klagt deshalb nun die Bildungsdirektion.
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Der offenbar recht eigenwillige Pädagoge war für die drei Volksschulen Waizenkirchen, Michaelnbach und Heiligenberg als Direktor zuständig. Im Vorjahr beschwerten sich wiederholt Eltern bei der Bildungsdirektion, weil ausgerechnet der Herr Direktor in der Schule keine Maske trug. Er hatte allerdings ein Attest, dass er keinen Mund-Nasen-Schutz vertrage. Und, so sein Anwalt Gernot Lehner: „Mein Mandant war während des Lockdowns alleine in der Schule, es war also unerheblich, ob er eine Maske aufgesetzt hatte oder nicht.“ Nach den Beschwerden und einer Weisung soll der Schulleiter jedoch dann ein Einsehen gezeigt haben.

Bei Anti-Corona-Demo ohne Maske unterwegs
Aber nicht lange, denn dann tauchte er auf einem Video von einer Corona-Maßnahmen-Demo auf: Natürlich trug der „Rebell“ wieder keine Maske. Der Bildungsdirektion riss daraufhin der Geduldsfaden, der Direktor wurde abgesetzt. Dieses Manko will er nicht auf sich sitzen lassen. Das Verfahren beim Landesgericht Wels als Arbeits- und Sozialgericht sei nach wie vor anhängig, so Anwalt Lehner.

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Ein Schuldirektor darf nur abgesetzt werden, wenn er sich in seiner Funktion nicht bewährt hat. Da geht es um grobe Verfehlungen.

Rechtsanwalt Gernot Lehner

Verfahren eingestellt
Einen Etappensieg konnte der Ex-Schulleiter bereits verzeichnen: Die Bildungsdirektion hatte, wie berichtet, bei der Bezirkshauptmannschaft Grieskirchen eine Anzeige gegen ihn wegen Verstoßes gegen das Privatschulgesetz gestellt. Dem Lehrer war vorgeworfen worden, sein Verein habe Lerngruppen für vom Regelunterricht abgemeldete Kinder betrieben. Die BH stellte das Verfahren nun ein, weil keine derartigen Verstöße festgestellt wurden.

Drei Lehrer gefeuert
Im vorigen Schuljahr wurden drei Pädagogen gefeuert, weil sie gegen Hygiene- und Präventionsmaßnahmen verstoßen hatten. Übrigens waren am Schulbeginn 1408 Kinder vom Regelunterricht abgemeldet worden, bis Mitte Jänner kamen 156 zurück. Vermutlich dürfte diese Anzahl inzwischen stark gestiegen sein, gezählt wird aber erst nach den Osterferien.

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