„Vollgas gegeben“

Wegsperre: Pkw-Lenker fuhr Feuerwehrmann nieder

Tirol
11.03.2022 07:00

So etwas hat der Feuerwehrkommandant im Tiroler Wiesing, Walter Theuretzbacher, noch nie erlebt: Als er kürzlich an einem Samstag die Sperre der Dorfeinfahrt überwachen sollte, wurde er von einem Autolenker niedergefahren. Der Deutsche raste daraufhin davon, konnte jetzt aber ausgeforscht werden. Theuretzbacher erinnern noch immer blaue Flecken an den Vorfall vom 26. Februar.

Weil an den touristischen Anreisesamstagen durch den Ausweichverkehr meist auch Stau im Dorfzentrum von Wiesing droht, wird die Zufahrt von der Achenseestraße dorthin häufig behördlich gesperrt. „Am 26. Februar rief mich gegen 11.30 Uhr unserer Bürgermeister mit dem Ersuchen an, eben die Ortszufahrt für Durchreisende zu schließen“, erzählt Walter Theuretzbacher. Wenig später schon war der Feuerwehrkommandant in Uniform vor Ort und begann damit, die ersten Fahrzeuge umzuleiten.

Nach rund 15 Minuten stand ein Pkw mit Münchner Kennzeichen vor Theuretzbacher. Der Lenker wollte die Sperre partout nicht akzeptieren.

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Er verlangte eine schriftliche Legitimation für mein Handeln, obwohl ich in der Uniform klar als Feuerwehrmann erkennbar war.

Feuerwehrkommandant Walter Theuretzbacher

Lenker wollte schriftliche Legitimation haben
„Er verlangte eine schriftliche Legitimation für mein Handeln, obwohl ich in der Uniform klar als Feuerwehrmann erkennbar war“, schildert Theuretzbacher. „Ich habe gesagt, dass ich im Auftrag der Behörde handle und er zurückfahren solle.“ Das tat der Deutsche auch, kam aber wieder retour. Er wollte erneut eine Legitimation des Unterländers sehen.

Angefahren und zu Boden geschleudert
„Ich habe mich im Gespräch dann durch das Autofenster gebeugt, da gab der Mann auf einmal Vollgas und raste davon“, schildert Theuretzbacher die folgenden dramatischen Szenen. Der Feuerwehrkommandant blieb mit dem Arm am Fenster hängen, wurde auf den Boden geschleudert und am Ellbogen und der Hüfte verletzt. „Im Liegen erkannte ich Teile des Kennzeichens, während der Deutsche auf der gesperrten Straße durch den Ort raste.“

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Da handelt es sich wohl um Widerstand gegen die Staatsgewalt.

Feuerwehrkommandant Walter Theuretzbacher

Stress als Grund angegeben
Theuretzbacher erstattete Anzeige, der deutschen Polizei gelang es, den Lenker ausfindig zu machen. Bei den Behörden gab der 42-Jährige den „kleinen Vorfall“ zu. Er habe Stress und ein Kleinkind im Auto gehabt, versuchte sich der Mann zu rechtfertigen. Die Sache dürfte für ihn jedenfalls teuer werden. „Da handelt es sich wohl um Widerstand gegen die Staatsgewalt“, weiß Theuretzbacher.

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