Fr, 17. August 2018

Grimsvötn-Vulkan

25.05.2011 14:56

Aschewolke legte norddeutsche Flughäfen lahm

Wegen der vom isländischen Vulkan Grimsvötn ausgestoßenen Aschewolke haben am Mittwochmorgen einige Flughäfen in Norddeutschland den Flugbetrieb eingestellt. Laut der Deutschen Flugsicherung DFS galt ab 5 Uhr in Bremen ein Flugverbot, in Hamburg durften ab 6 Uhr keine Flieger mehr starten oder landen. Um 12 Uhr wurden jedoch beide Airports wieder geöffnet. Auch in Berlin kam es zeitweise zu Einschränkungen.

Die europäische Flugsicherungsbehörde Eurocontrol in Brüssel teilte mit, dass angesichts der Luftraumsperrungen in Berlin, Hamburg und Bremen insgesamt etwa 700 Flüge gestrichen werden mussten.

Nach Angaben der Eurocontrol wurden bereits am Dienstag europaweit 500 Flüge wegen der Aschwolke abgesagt. Zumeist handelte es sich um Flüge von oder nach Schottland oder Nordengland. Die britische Flugaufsicht Nats erwartete für Mittwoch eine Normalisierung des Flugbetriebs, da die Aschekonzentration im britischen Luftraum nachlasse.

Vulkan hat sich wieder beruhigt
Die Aschewolke war am Dienstag weiter nach Süden gezogen - auch Richtung deutsche Küste und über Teile Dänemarks sowie den Süden von Norwegen und Schweden. Mittlerweile schleudert der Vulkan Grimsvötn aber keine Asche mehr in die Atmosphäre. Wie der Seismologe Vodart Svensson vom Meteorologischen Institut in der isländischen Hauptstadt Reykjavik am Mittwoch angab, produziert der am Samstag ausgebrochene Vulkan nur noch eine 200 bis 300 Meter hohe Rauchsäule. Weil sich aber noch riesige Mengen Flugasche vom Beginn der Eruption über Europa ausbreiten, müsse weiter mit Beschränkungen für den Flugverkehr gerechnet werden. Ein Wiederaufleben des Ausbruchs mit neuer Flugasche sei allerdings "sehr unwahrscheinlich".

Der Ausbruch sei zwar viel heftiger als der des Eyjafjallajökull im vergangenen Jahr gewesen, die Wolke habe sich aber wesentlich schneller verflüchtigt, sagte Svensson. Demnach dürften die Auswirkungen auf den Flugverkehr geringer ausfallen. Im April 2010 hatte die Aschewolke des Eyjafjallajökulls den Flugverkehr über Europa tagelang zum Erliegen gebracht. Etwa 100.000 Flüge fielen damals aus, mehr als zehn Millionen Passagiere konnten nicht reisen.

Neu errichtete "Asche-Skala" als Entscheidungsgrundlage
Bei Ausbruch des Eyjafjallajökulls fehlten noch Grenzwerte für die Aschekonzentration in der Atmosphäre. Inzwischen wurden dafür drei Zonen festgelegt - und das Fliegen in Arealen mit geringer Konzentration ist erlaubt.

Nach Ansicht des Flughafenverbands ADV müssen alle Beteiligten jetzt beweisen, "dass sie es besser können als vor einem Jahr". Der Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen, Ralph Beisel, forderte vor allem transparente Entscheidungen. Zugleich bemängelte er, dass es bisher nur nationale Regelungen gibt. "Im Rahmen eines Single-Sky-Gedankens sollte zügig eine europaweit einheitliche Regelung gefunden werden", sagte er.

Kaum Flugausfälle in Österreich
Der österreichische Flugverkehr ist von der Aschewolke nur geringfügig betroffen: Flugausfälle gab es bisher kaum, wenn, dann seien Verbindungen nach Hamburg und Berlin betroffen, hieß es vonseiten des Airports in Wien-Schwechat. Die Austrian Airlines hatten am Mittwoch früh einen Flug nach Hamburg (7.15 Uhr) gestrichen. Für die Langstreckenflüge, etwa nach Tokio und Peking, wird die Flugroute geändert, um der Wolke auszuweichen.

Air Berlin bot seinen Fluggästen an, Flüge, die für Mittwoch gebucht wurden, kostenlos zu stornieren oder umzubuchen. Zahlen zu Ausfällen, die Österreich betreffen, konnten vom Unternehmen nicht genannt werden.

Wolke zieht an Ostösterreich vorbei
Indes hat sich die Aschewolke zweigeteilt. Nach den Berechnungen der Zentralanstalt für Geodynamik und Meteorologie ZAMG in Wien befand sich der erste Teil der Wolke am Mittwochvormittag über Deutschland und zog dann weiter nach Südosten ab. Er werde knapp an Ostösterreich vorbeiziehen. Der zweite Teil der Aschewolke schwenkt über die Britischen Inseln und wird bis Freitag nach Spanien ziehen. Auch diese Wolke betrifft Österreich laut ZAMG nicht.

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