So, 18. November 2018

Flucht vor Diktator

20.05.2011 19:09

Polizeischutz für Libyens Ölminister in Wien

Polizisten, Funkstreifen, Sicherheitsvorkehrungen – vor dem Wiener Penthouse des geflüchteten libyschen Ölministers Shukri Ghanem herrscht am Freitag Alarmstufe Rot. Während sich seine Familie vor Gadafis Rache fürchtet, dürfte sich der Diplomat nach der Landung in Schwechat vorerst in Grenznähe versteckt halten.

Er war einer der engsten Vertrauten von Muammar al-Gadafi, jetzt fürchtet er sich vor der unerbittlichen Rache des gefährlichen Diktators: Shukri Ghanem, seines Zeichens (wohl ehemaliger) Erdölminister seines Heimatlandes Libyen und seit Jahren großer Österreich-Fan.

Endgültiger Bruch mit Gadafi
"Zuletzt war er vor einem Monat hier in der Wohnung. Damals schien noch alles in Ordnung zu sein", erzählt ein Nachbar aus dem noblen Hochhaus-Gebäudekomplex im 22. Wiener Gemeindebezirk gleich neben der Alten Donau. Obwohl seine Familie längst in Wien lebte, kehrte der treue Diplomat zunächst immer wieder nach Tripolis zurück. Bis es am Donnerstag, wie berichtet, offenbar zum endgültigen Bruch mit dem blutrünstigen Machthaber gekommen sein dürfte.

Seit seiner Landung in Wien herrscht vor der Wohnhausanlage erhöhte Alarmbereitschaft der heimischen Exekutive. Schließlich gilt es hier, die Ehefrau des Politikers und seine beiden hochschwangeren Töchter zu schützen. Denn obwohl der irre Despot immer mehr ins Wanken gerät – seine Vergeltungsschläge sind so unerbittlich wie nie zuvor. Unmittelbar nach seiner Ankunft in Schwechat dürfte sich Ghanem ins grenznahe Ausland abgesetzt haben. Seine schwangere Tochter Nala zur "Krone": "Wir haben derzeit keinen Kontakt zu unserem Vater."

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