Strom & Gas abgedreht

Mutter: „Sitze in zwölf Grad kalter Wohnung“

Salzburg
26.02.2022 08:00

Am 23. Februar wurde einer alleinerziehenden Mutter in der Stadt Salzburg Strom und Gas abgedreht. Das sollte eigentlich nicht passieren, weil sowohl Salzburg AG als auch die Landesregierung zugesagt haben, Abschaltungen bis Ende Mai auszusetzen. Das Unternehmen vermutet Kommunikationsprobleme in dem Fall.

In der Wohnung von Maria (gesamter Name ist der Redaktion bekannt) zeigte das Thermometer am Freitag nur noch zwölf Grad an. Duschen ist nur mit kaltem Wasser möglich, Kochen nur mit einem geliehenen Camping-Gaskocher. Beim Betätigten des Lichtschalters bleibt es dunkel. Der alleinerziehenden Mutter und ihrer jugendlichen Tochter wurden Strom und Gas abgedreht. Eine Nachzahlung in der Höhe von 1500 Euro konnte Maria mit Hilfe gerade noch stemmen. Jetzt geht nichts mehr.

Zu Beginn der Krise hatte sie ihren Job bei einer Übersiedlungsfirma verloren. Seitdem muss der Gürtel noch enger geschnallt werden, bis jetzt nichts mehr geht. „Eine 32 Jahre alte Gastherme ist für den hohen Verbrauch verantwortlich. Diese hat ein Leck und wird auch nicht repariert“, erklärt sie. Sie ist Mieterin im Haus einer gemeinnützigen Genossenschaft in der Stadt. 182 Euro zahlte sie monatlich für Strom und Gas. Mit den Teuerungen könnten es bald 400 sein. Als der Strom auf einmal weg war, fiel sie aus allen Wolken: „Es wurde ja angekündigt, bis Ende Mai auf die Abschaltungen zu verzichten.“ Das hat Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) als Teil des Entlastungspakets wegen der Teuerungen, wie berichtet, zugesichert.

Wie kam es also dazu? „Der Abschaltungsverzicht ist keine Generalamnestie“, erklärt eine Sprecherin der Salzburg AG: „Härtefälle müssen sich bei uns melden, damit wir wissen, dass sie auch Härtefälle sind.“ Sprich: Wer Zahlungsschwierigkeiten hat, muss sich beim Unternehmen rühren, um eine Abschaltung auch zu verhindern.

Auch die Caritas half ihr bei den Stromkosten aus 
„Im Falle von Maria müssten sie gewusst haben, dass es sich um einen Härtefall handelt, weil der Fall bereits über die Caritas gelaufen ist“, sagt Kay-Michael Dankl (KPÖ), der auch von seinem Gehalt geholfen hat. Er bekomme täglich Mails von Betroffenen, die sich das Leben kaum mehr leisten können.

Die gute Nachricht: Maria hat bereits einen Job gefunden und wird diesen kommende Woche beginnen.

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