Erpresser aktiv

Kinderporno-Drohbrief von falscher Polizei

Oberösterreich
18.02.2022 07:00
„Wir leiten ein Verfahren gegen Sie ein“ – ohne Umschweife kommt die „Polizei“ in einem derzeit kursierenden Mail, das aktuell vor allem im Linzer Zentralraum aufschlägt, zur Sache. Der Adressat wird beschuldigt, verbotene Sex-Handlungen im Internet angesehen zu haben. Echte Beamte warnen: „Löschen, nicht antworten.“

Erst kürzlich war ein Mail aufgetaucht, in dem der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl namentlich genannt wurde. Dieses Mal bedienen sich die Verbrecher eines anderen echten Beamten: Andreas Holzer, Direktor des Bundeskriminalamts. Mit Amtssiegel und Unterschrift und echter Adresse ist das Schreiben gezeichnet. Oben noch Briefköpfe des Innenministeriums, der Polizei Kriminalprävention und von Europol.

Und wie im ersten Schreiben wird dem Adressaten unterstellt, dass seine Daten bei Ermittlungen zu Kinderpornografie aufgetaucht seien bzw. der Angesprochene Sex-Chats mit Jugendlichen geführt habe.

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Die Polizei schickt keine Mails mit Beschuldigungen aus. Befragungen finden immer Angesicht zu Angesicht statt. Solche Mails bitte sofort löschen.

Heide Klopf, Polizei OÖ

„Geständnis“ führt zu Erpressung
Seit Anfang dieser Woche sind vor allem im Bezirk Linz-Land, aber auch aus anderen Teilen Oberösterreichs Dutzende Anzeigen bei der echten Polizei eingegangen, dass man so ein Mail erhalten habe. Darin verlangt der Absender, dass sich der „Beschuldigte“ zu den Taten rechtfertigen soll. „Ja nicht antworten“, raten die Ermittler. Denn diese Masche ist darauf ausgelegt, dass sich jemand meldet und dann ein Geständnis ablegt. Dieses wird dann sofort ausgenutzt und vom „Täter“ Geld verlangt, um das „Verfahren“ einzustellen oder damit Daten nicht veröffentlicht werden. Erpressung!

„Polizisten sprechen immer direkt mit den Leuten, müssen sich ausweisen können“, warnt Heide Klopf von der Polizei OÖ generell davor, „Kollegen“, die sich nur via Internet oder Telefon melden, zu glauben.

Lügen über Unfall oder drohenden Einbruch
Erst kürzlich war eine Seniorin aus St. Florian/Linz um mehr als 30.000 Euro erleichtert worden, als ein falscher Staatsanwalt bei ihr anrief, sie vor Einbrechern warnte und ihr Vermögen „zur Sicherheit“ abholen kam. Und eine 78-Jährige aus dem Bezirk Linz-Land hatte einer falschen Polizistin 30.000 Euro übergeben, nachdem am Telefon ein „Kollege“ sich gemeldet hatte, dass die Tochter einen schweren Unfall verursacht habe und sie ohne Kaution ins Gefängnis komme.

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