ÖOC-Hoffnungen

Vor Olympia: Skeleton „bisschen wie die Formel 1“

Olympia
01.02.2022 07:23
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Janine Flock sowie die Olympia-Debütanten Samuel Maier und Alexander Schlintner bilden Österreichs Skeleton-Trio bei den Winterspielen in China. Die 32-jährige Flock ist der Routinier im Team, geht als Olympiavierte von Pyeongchang freilich auf eine Medaille los. Der 22-jährige Tiroler Maier will „nicht nur zum Zuschauen“ mit dabei sein, der 24-jährige Schlintner unter die 20 kommen. Ein Trio mit unterschiedlichen Zielen, anderen Trainern, aber dennoch findet Austausch statt. Olympia-Debütant Samuel Maier vergleicht seinen Sport gar mit der Formel 1.

Flock stellte nach den Korea-Spielen und Unstimmigkeiten mit dem österreichischen Verband ihr eigenes Projekt auf die Beine. Sie wird von ihrem Freund Matthias Guggenberger trainiert, der das lettische Nationalteam unter seinen Fittichen hat. Daher ist die Tirolerin auch viel auf der Bahn in Sigulda und arbeitet gemeinsam mit den Weltklassleuten Martins und Tomass Dukurs. „Wir passen gut zusammen. Wir sind sehr auf das Ziel fokussiert. Da ist nicht viel Spaß im Training dabei, da wird gut und hart gearbeitet“, sagte Flock.

Austausch hat sie mit Maier, denn dieser fährt einen Schlitten von Guggenberger. „Wir beziehen ihn mit ein, das ist eine Vertrauensgeschichte“, erklärte Flock. Über Schlintner, den Dritten im Bunde, meinte die aktuelle EM-Zweite. „Er hat immer wieder aufgezeigt. Ich freue mich wahnsinnig für ihn. Die beiden haben großes Potenzial. Für Österreich ist es wichtig, dass junge Athleten dabei sind.“

Der Niederösterreicher Schlintner profitierte auch davon, dass Florian Auer in diesem Winter nicht in Form kam. „Seine Qualifikation war überraschend, aber verdient“, sagte Maier, der sich gut mit dem Kollegen versteht und sich darauf freute, gemeinsam in China im Olympischen Dorf zu wohnen.

Maier arbeitet in Tirol mit Andreas Pröller, der in China aber nicht dabei sein wird. Diese Aufgabe obliegt Nationaltrainer Jeff Pain. „Wir haben besprochen, wie wir die Pläne mit Bahntraining und Athletiktraining umsetzen. Ich gebe Andreas Feedback, wie es mit der Belastung geht und mit der Anpassung läuft. Wenn alles rund läuft, passt es wie besprochen, aber man weiß nie. Spinnt der Magen, schläft man schlecht, ist man aus dem Rhythmus heraußen“, sagte Maier.

Von Bahntrainer Pain könne er viel lernen, ergänzte er. Aber auch von Flock. „Wir verstehen uns super, sind praktisch fast Nachbarn. Ich bespreche viel mit ihr. Sie kann mir weiterhelfen, das eine oder andere Mal ich ihr auch vielleicht.“ Da Maier einen von Guggenberger und Clemens Berauer gebauten Schlitten fährt, kann er auch im Yanqing auf Hilfe vertrauen. „Ich bin gut aufgehoben. Sie haben alle Ersatzteile dabei, falls was passieren sollte.“

Außer Flock und Maier darf nur ein Lette das Material verwenden. „Schlittenbau ist eine richtige Wissenschaft. Ich vergleiche das gern ein bisschen mit der Formel 1. Da will auch jeder sein Material exklusiv halten. Damit die anderen nicht wissen, wieso der Schlitten so schnell sein kann, was die Technologie dahinter ist. Das wissen wir bei den anderen auch nicht“, erklärte Maier. „Wenn du beginnst, die Schlitten zu verkaufen, wäre eine hohe Nachfrage. Aber so behalten wir das Know-how exklusiv bei uns.“

Schlintner kommt aus Purkersdorf und hätte eigentlich Bobfahrer werden sollen. Er spielte Handball, machte Leichtathletik und wurde als 13-Jähriger vom ehemaligen Anschieber Kurt Teigl angesprochen, ob er nicht Teil eines Bob-Teams im Osten werden wolle. Weil es an Anschiebern fehlte, fuhr Schlintner drei Jahre Skeleton, probierte es ein Jahr im Bob und kam zur Erkenntnis. „Nein danke, Skeleton macht mehr Spaß.“

Schlintner macht auch keinen Hehl daraus, dass er anfangs mit den Eiskanalsportarten nichts anfangen konnte. „Ich hatte null Ahnung und habe das mal auf Youtube eingegeben. Ich dachte, das ist Schlittenfahren oder so ähnlich. Nichts ahnend bin ich dann nach Innsbruck gefahren. Da war dann diese riesige Bahn, dann kam die erste Fahrt und ich hatte voll Herzklopfen, dass ich da Kopf voraus runterfahren muss. Dann ist das Adrenalin voll durchgeschossen und ich wollte nicht mehr aufhören. Es hat einen Megaspaß gemacht.“

Mit Teigl macht er nach wie vor das Anschubtraining. Athletiktrainerin im Olympiazentrum Niederösterreich ist Sportwissenschafterin Alexandra Brugger, Bahntrainer Alexander Auer, der für das Team im Europacup und Interkontinentalcup zuständig ist. Mit Nationaltrainer Pain hat Schlintner erst seit diesem Winter mehr zu tun, weil er Einsätze im Weltcup und bei der EM in St. Moritz bekam, wo er Elfter wurde. Für das Bahntraining muss Schlintner freilich mehrere Wochen im Jahr nach Innsbruck-Igls.

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