Sa, 18. August 2018

Tod bei "Schlafkur"

09.05.2011 12:50

Justiz will Ergebnis der Obduktion nicht veröffentlichen

Nach dem überraschenden Tod eines 17-jährigen Mädchens, das nach mehreren Suizidversuchen seit September in der Linzer Landesnervenklinik Wagner-Jauregg betreut worden war, macht die Justiz nun dicht. Die Staatsanwaltschaft Linz erklärte am Montag, sie wolle das Ergebnis der Obduktion und von zwei Gutachten nicht veröffentlichen. Das Mädchen starb während einer sogenannten "Schlafkur" im künstlichen Tiefschlaf.

Die 17-Jährige aus dem Bezirk Vöcklabruck sei nach mehreren Suizidversuchen in Absprache mit der Mutter in einen therapeutischen, künstlichen Tiefschlaf versetzt worden. Damit habe man sie schützen wollen, so der Spitalsbetreiber gespag. Zuletzt habe man das Mädchen zwar auf Schritt und Tritt beobachtet, doch diese Maßnahmen hätten einfach nicht mehr ausgereicht.

Die vom Krankenhaus vorgenommene Obduktion ergab Leberversagen als Todesursache. Nun soll eine gerichtlich angeordnete Obduktion weitere Klarheit in den Fall bringen. Laut Staatsanwaltschaft werden auch ein toxikologisches und ein chemisches Gutachten erstellt. Das werde mehrere Tage in Anspruch nehmen. Aus Gründen des Amtsgeheimnisses, zum Schutz der Betroffenen und wegen des Opferschutzes werde man das Ergebnis aber nicht veröffentlichen.

Großeltern und Nachbarn des Missbrauchs beschuldigt
Das Mädchen hatte sich Anfang September 2010 einer Betreuerin im Spital anvertraut und angegeben, jahrelang von seinen Großeltern und zwei Nachbarn, darunter ein pensionierter Richter, gequält und sexuell missbraucht worden zu sein. Daraufhin wurde Anzeige gegen die vier Personen erstattet und sogar U-Haft verhängt.

Im Oktober kamen die Verdächtigen wieder auf freien Fuß, nachdem das mutmaßliche Opfer immer mehr Widersprüche in den Einvernahmen aufwarf und Gutachten von Sachverständigen erstellt wurden. Der Anwalt des verdächtigten Richters sprach von "bedauerlichen Sexualfantasien eines psychisch kranken Mädchens".

Für die Mutter der 17-Jährigen besteht jedoch nach wie vor an der Glaubwürdigkeit ihrer Tochter kein Zweifel. Sie ist überzeugt, die zunehmend schlechte Verfassung ihrer Tochter sei auch darauf zurückzuführen gewesen, dass den Aussagen zu den Gründen ihres Leides nicht gelaubt wurde.

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