Strahlung gesunken

Fukushima: Erstmals Türen zu Reaktor 1 geöffnet

Ausland
09.05.2011 09:09
Im havarierten Atomkraftwerk Fukushima sind am Sonntag erstmals die Türen von Block 1 geöffnet worden. Der AKW-Betreiber Tepco hat Arbeiter in den schwer beschädigten Block geschickt, um ein neues Kühlsystem aufzubauen. Die Radioaktivität in dem Gebäude sei dank der am Donnerstag installierten Luftfilterung ausreichend gesunken, so Tepco.

Der Kraftwerksbetreiber öffnete am Abend (Ortszeit) die Doppeltüren zwischen dem Reaktorgebäude und einem angrenzenden Turbinenhaus. Am Donnerstag hatten Arbeiter Belüftungsrohre mit einem Filtersystem verbunden, um radioaktive Substanzen aus dem Reaktorgebäude zu filtern.

Messungen der Radioaktivität in der Luft aus dem Gebäude hatten Tepco zu der Entscheidung veranlasst, die Türen nun zu öffnen. Es sei zwar möglich, dass durch die geöffneten Türen noch Radioaktivität in die Umgebung entweiche. Diese würde nach Überzeugung von Tepco jedoch nur auf dem Werksgelände eine geringe Erhöhung der Strahlendosis verursachen.

Arbeiter erst jetzt untersucht
Wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag unter Berufung auf Tepco berichtete, wurde erst jetzt damit begonnen, die etwa 800 Arbeiter, die in dem havarierten Atomkraftwerk in Japan eingesetzt werden, regelmäßig medizinisch zu untersuchen. Als Grund für die späte Untersuchung wurde eine Anordnung des Gesundheitsministeriums genannt, in der zunächst Untersuchungen erst nach Ende der Krise verlangt wurden - wohl in der Erwartung, sie dauere nicht so lange.

Weiteres AKW setzte Radioaktivität frei
Probleme mit Strahlung gibt es aber nicht nur in Fukushima: Am Atomkraftwerk Tsuruga 2 an der Westküste Japans ist Radioaktivität freigesetzt worden. Das Ausmaß sei jedoch sehr gering, zitierte die Nachrichtenagentur Kyodo am Montag den Betreiber Japan Atomic Power, kurz Japco. Am AKW hatte es erst vor einer Woche Probleme gegeben, Substanzen im Kühlwasser des Reaktors hatten auf defekte Brennelemente hingewiesen. Der Meiler wurde zeitweise heruntergefahren.

Ein Mitarbeiter der japanischen Atomsicherheitsbehörde NISA hatte anschließend versichert: "Es gibt keine Auswirkungen auf die Umwelt." Warum nun doch radioaktive Substanzen in die Umgebung gelangten, wurde zunächst nicht bekannt.

Was geschieht mit AKW Hamaoka?
In dieser Woche führt Japans Regierung Gespräche mit den Betreibern des erdbebengefährdeten Atomkraftwerks Hamaoka. Das Kraftwerk liegt in Zentraljapan nahe der 36.000-Einwohner-Stadt Omaezaki am Pazifik, nur 170 Kilometer südwestlich von Tokio.

Ministerpräsident Naoto Kan hatte den Betreiber Chubu Electric Power am Freitag dazu aufgefordert, die Reaktoren 3 bis 5 der Anlage nicht weiter zu nutzen. Die Gefahr einer Katastrophe sei bei dem Kernkraftwerk zu groß. Die Reaktoren 1 und 2 hat der Konzern bereits stillgelegt.

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