26.01.2022 06:00 |

Sehr seltener Treffer

Wiener als Lebensretter für todkranke junge Britin

Wegen einer Leukämie-Diagnose im Familienumfeld registrierte sich Christian M. 2020 als Stammzellenspender. Ein Schritt, der jetzt einer jungen Frau eine hoffnungsvolle Therapie ermöglicht. Die Chancen für solch eine Übereinstimmung liegen bei 1:500.000.

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Eine Krebserkrankung im Familienumfeld bewegte Christian M. (Name aus rechtlichen Gründen gekürzt) im Sommer 2020 dazu, sich gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin für eine Stammzellenspende zu registrieren: „Das ist so leicht wie ein Coronatest. Man bekommt ein Set zugeschickt. Dann schickt man einen Abstrich von der Innenseite der Wange zusammen mit einem Fragebogen zurück ans Österreichische Rote Kreuz. Und schon ist man in der internationalen Datenbank eingespeichert“, erzählt der 31-jährige Waldviertler, der in Wien lebt und arbeitet.

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Ich wusste, dass es in einem anderen Land einen Menschen in höchster Not gibt, der auf meine Stammzellen wartet. Mir war klar, dass die Patientin kaum eine Überlebenschance hat, wenn die Spende nicht pünktlich ankommt.

Stammzellen-Spender Christian M.

Anfrage von englischem Transplantationszentrum
Der an Leukämie erkrankte Bekannte konnte leider nicht gerettet werden, doch dank der Registrierung wurde Christian jetzt doch zum Lebensretter! Seine Gewebemerkmale an den Zellen zeigten eine seltene Übereinstimmung mit einer jungen Blutkrebs-Patientin aus England - ein seltener Treffer! „Ich wurde angerufen, und man hat mir gesagt, dass es eine Spendenanfrage von einem englischen Transplantationszentrum gibt.“

Auf Herz und Nieren durchgecheckt
Der Bauleiter zögerte keine Sekunde und absolvierte die notwendigen Zusatzuntersuchungen und Blutabnahmen: „Ich wurde auf Herz und Nieren durchgecheckt“, erinnert er sich. Schließlich kam die Information, dass er der bestgeeignete Spender für die schwer erkrankte Frau sei. „Ich habe nicht damit gerechnet, weil die Wahrscheinlichkeit so gering ist. Die Freude war sehr groß!“- Natürlich auch die Aufregung. Denn eine Stammzellenspende ist alles andere als eine Kleinigkeit.

Nebenwirkungen, Anspannung und Freude
Einerseits, weil sich ein Spender zur Vorbereitung mehrmals selbst ein Wachstumshormon injizieren muss, das die Stammzellen im Blut drastisch vermehrt: „Das war mit Nebenwirkungen wie starken Kopfschmerzen verbunden.“ Andererseits wegen der Anspannung und der Ungewissheit, ob alles klappen wird: „Ich wusste, dass es in einem anderen Land einen Menschen in höchster Not gibt, der auf meine Stammzellen wartet. Mir war bewusst, dass die Patientin kaum eine Überlebenschance hat, wenn die Spende nicht pünktlich ankommt.“ Weshalb er zuletzt stets Maske trug.

Kriterien für Stammzellenspender

  • Altersgrenze: zwischen 18 und 35 Jahren.
  • Mindestgewicht von 50 Kilogramm, Obergrenze beim Body-Mass-Index von 40
  • Es dürfen keine schwerwiegenden oder chronischen Erkrankungen vorliegen, sowie keine chronischen Infektionserkrankungen.
  • Registrierung und weitere Infos hier

Kurier brachte Spende nach Großbritannien
Schließlich ging alles gut, die Stammzellen wurden in einem mehrstündigen Verfahren erfolgreich abgenommen und per Kurier nach England gebracht. „Es ist ein schönes und sehr starkes Gefühl, jemandem auf diese Art und Weise helfen zu können“, war der gebürtige Waldviertler erleichtert.

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Ich werde ihr einen Brief schreiben und hoffe darauf, dass sie mir antwortet.

Christian M. will wissen, wie es der Leukämiepatientin, die seine Spende bekam, geht.

Treffen frühestens in fünf Jahren möglich
Wie es der Empfängerin geht, wird er aber nicht so schnell erfahren. Frühestens nach fünf Jahren dürfen sich Spender und Patientin kennenlernen und auch nur dann, wenn beide Seiten mit der Kontaktaufnahme einverstanden sind. Lediglich anonymisierter Schriftkontakt über die GÖK ist möglich: „Es interessiert mich sehr, wie es der Dame geht. Ich werde ihr schon bald einen Brief schreiben und hoffe darauf, dass sie mir antwortet.“

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