Di, 22. Jänner 2019

Chance vertan

07.05.2011 11:52

LASK-Eigentümer zog sein Verkaufs-Angebot zurück

Knalleffekt mit hoffentlich für den LASK am Ende nicht (selbst-)vernichtender Sprengkraft vorm Samstagspiel bei der Austria: Als Übernahmegespräche mit der OÖ-Investorengruppe nach positivem Verlauf schon fast in der Endphase waren, hat LASK-Boss Reichel (Bild) die Gespräche abbrechen lassen. "Womit wir endgültig nicht mehr zu Verfügung stehen", so der Konsortiums-Sprecher.

Vom bitterbösen "du Bastard" bis zum gut gemeinten Rat "Denken Sie an Ihre Gesundheit und treten Sie ab" reichte die Palette der Wort-Spenden, die Peter Reichel am Donnerstag in St. Marien beim LASK-Stammtisch von Fans zu hören bekam.

Doch was hätten die erst gesagt, hätten sie das gewusst, was die "Krone" am Freitag erfuhr: Nämlich, dass die seit letzten Sommer um einen Einstieg beim LASK bemühte OÖ-Investorengruppe zuvor beschlossen hat: Wir stehen endgültig nicht mehr zur Verfügung! Grund: Wie im Vorjahr hatte der LASK-Boss einen Rückzieher gemacht.

Verhandlungen positiv
Hier die Chronologie der letzten Tage: Sonntag, 1. Mai: Einen Tag nach seiner Wir-gehen-in-die-8.Liga-Ankündigung, die Reichel inzwischen "als Scherz" bezeichnet hat, beriet sich der LASK-Boss in einer Runde mit Noch-Investor Helmut Oberndorfer. Und gab danach Christian Lampl, der übrigens auch Vertrauensarzt von Reichels schwer kranker Ehefrau ist, Order, "Sondierungsgespräche" (O-Ton Lampl) zu führen.

Montag, 2. Mai: Der LASK-Verhandler nahm Kontakt zu Leo Windtner auf. Der Energie-AG-General wiederum ersuchte Unternehmensberater Gerhard Stürmer als Sprecher der Investoren, "sich rasch mit Lampl zu treffen". Was um 18.30 Uhr im "Arcotel" passierte. Reichels Verhandler legte zwei Modelle vor: eine 50:50-Lösung und dazu als Alternative einen völligen (!) Rückzug des LASK-Eigentümers! Stürmer: "Ersteres kam nicht infrage! Aber das Kaufangebot war absolut interessant, zumal wir bei der Differenz der von Reichel geforderten Summe, von jener, die wir letzten August selbst geboten hatten, nicht weit auseinander lagen."

Dienstag, 3. Mai: Mit diesem Treffen im "Arcotel" konfrontiert, erklärte Lampl der "Krone" aber: "Priorität hat jetzt die Lizenz." Und: "Ein Schnellschuss mit den Investoren hätte keinen Sinn – das alles wird wohl erst im Sommer über die Bühne gehen."

Plötzlicher Rückzieher
Was sicher eine gewisse Logik hatte, aber dennoch auch überraschte: Schließlich wäre der LASK mit dem Blitz-Einstieg alle Lizenz-Sorgen los gewesen!

Nun ist Lampls Aussage in einem anderen Licht zu sehen: Reichel hatte seinen Verhandler da nämlich bereits wieder zurückgepfiffen! Investoren-Sprecher Stürmer: "Gerade als ich Herrn Windtner von den Fortschritten informiert habe, rief Lampl an und sagte, dass Reichel nicht mehr verkauft!" Worauf Windtner laut Stürmer grollte: "Jetzt kann er mich vergessen!"

Ende aller Gespräche
Mittwoch, 4. Mai: Reichel dreht den Spieß um, kritisiert gegenüber der "Krone" Windtner: "Auch weil die Energie AG ihr Sponsoring auf null gestellt hat, haben wir bei der Lizenz ein Darstellungsproblem."

Donnerstag, 5. Mai: Beim LASK-Stammtisch betont Reichel dafür wiederum, nicht nachvollziehen zu können, warum der LASK keine Lizenz erhalten habe.

Freitag: Gerhard Stürmer erklärt gegenüber der "Krone": "Alle Investorengespräche haben sich in Luft aufgelöst – und wir werden auch keine mehr führen!"

von Georg Leblhuber, "OÖ Krone"

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