Österreichs gefährlichste Häftlinge im blutigen Nahkampf: Das lange gesuchte Doppelmörder-Phantom (19) verletzte in der Justizanstalt Garsten in Oberösterreich einen berüchtigten Lebenslangen und den Anstifter für die Bluttat an einer jungen Frau teilweise schwer. Jetzt droht noch längere Haft.
Mit rund 250 Plätzen ist die Justizanstalt Garsten in Oberösterreich, ein früheres Benediktinerkloster, das zweite forensisch-therapeutische Zentrum für den Maßnahmenvollzug (geistig abnorme Rechtsbrecher) im Land. Dort sind die gefährlichsten Häftlinge Österreichs, die zwar zur Tatzeit zurechnungsfähig, aber als psychisch krank eingestuft werden, eingesperrt.
Sie schrieben schaurige Kriminalgeschichte
Zwei von ihnen haben schaurige Kriminalgeschichte geschrieben. Zum einen ein wochenlang als Messer-Attentäter unter Unterstandlosen in Wien für Angst und Schrecken sorgendes Phantom.
Im Prozess offenbarte der zu den Tatzeiten 16-Jährige „unbändige Lust zu töten“ und wie er nachts, an einsamen Orten in seiner Heimatstadt Wien, bewaffnet mit einem Stiletto-Messer „nach einfachen Opfern“ suchte. Zwei Männer starben, eine Frau überlebte knapp. Das Urteil: 13 Jahre Haft nach dem Jugendstrafgesetz verbunden mit Einweisung.
Zellennachbar stach 200-mal auf Freundin ein
Zellennachbar des mittlerweile 19-Jährigen ist auch ein berüchtigter Lebenslanger. Vor 15 Jahren wurde der damals 22-jährige Jusstudent einstimmig von Geschworenen verurteilt, seine Freundin (21) ermordet zu haben. In einem sogenannten Overkill, also einer Übertötung, stach er im Bett 200-mal auf die junge Frau ein. Dann zerstückelte er sie und entsorgte die Leichenteile im Müll.
Mein Mandant ist von Drogen weg. Er hat sich vom Zellennachbarn unter Druck gesetzt gefühlt und wusste sich nicht anders zu helfen.

Strafverteidiger Manfred Arbacher-Stöger vertritt den Obdachlosenkiller
Bild: Anja Richter
Bei einem Zellenbesuch zum angeblichen Tablettentausch kam es jetzt zwischen den beiden verurteilten Schwerstverbrechern zur Eskalation. Das halb so alte Obdachlosen-Phantom prügelte auf den bald 38-jährigen Stückel-Täter („Er schlug mir 30- bis 40-mal auf den Hinterkopf“) ein. Auch der Bügel der Brille des verurteilten Mörders ging zu Bruch.
„Hilfe, ich werde geschlagen“
Schon zwei Wochen zuvor hatte der 19-Jährige, dessen interne „Justiz-Ampel“ auf Rot für hohe Gefahr steht, einem Zellengenossen einen offenen Nasenbeinbruch zugefügt. Auch dieser Häftling ist wahrlich kein Unbekannter. Er wurde als Anstifter und Fluchtautofahrer nach dem Raubmord an einer 20-Jährigen in Zell am See (Salzburg) verurteilt. Bei der Attacke hinter Gittern wählte er jetzt panisch die Notsprechanlage der Justizwache: „Hilfe, ich werde geschlagen!“
Die Anzeige wegen schwerer Körperverletzung wird wohl die Haftstrafe beim einstigen Messer-Phantom von Wien noch verlängern.
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