Fr, 20. Juli 2018

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03.05.2011 22:46

Pleite-Portugiesen horten Rekord-Goldreserve

Verkehrte Welt in Portugal: Wie am Dienstagabend bekannt wurde, erhält das Land 78 Milliarden Euro EU-Hilfe. Gleichzeitig berichtete die britische "Times", dass Portugal über gigantische Goldreserven verfügt, die die Vorräte aller anderen europäischen Länder in den Schatten stellen. Doch trotz des derzeitigen Rekord-Goldpreises denkt die Regierung offenbar nicht daran, den Schatz anzutasten.

Die Zahlen, die die "Times" jetzt veröffentlichte, dürften die EU-Finanzminister ins Grübeln bringen. Denn die vermeintlich bettelarmen Portugiesen sitzen auf einem bequemen Finanzpolster. 382,5 Tonnen Gold hortet das Land angeblich - und denkt offenbar nicht daran, diesen Schatz anzurühren. Fast 14 Milliarden Euro wäre das Edelmetall derzeit an den Finanzmärkten wert, das entspricht fast zehn Prozent des portugiesischen Bruttoinlandsprodukts. Eine Quote, von der alle anderen europäischen Länder nur träumen können.

Zum Vergleich: Österreich besitzt deutlich weniger als 300 Tonnen Gold, in den vergangenen Jahren sind mindestens 150 Tonnen des Nationalbank-Schatzes abgestoßen worden.

Die Herkunft des portugiesischen Goldes ist dabei alles andere als "sauber". Das Edelmetall wurde von Ex-Diktator Antonio de Oliveira Salazar angehäuft, ein Teil davon schon im Zweiten Weltkrieg. Angeblich sollen auch die Nazis damals Gold an den Despoten geliefert haben.

Golddeckung der Währung spielt keine Rolle mehr
Das Abstoßen eines großen Teils der Reserven wäre rein juristisch übrigens kein Problem. Denn der Goldstandard zur Währungsdeckung spielt schon lange keine Rolle mehr. Im Falle eines Verkaufs könnten die von den Portugiesen beantragten - und von den anderen EU-Ländern bereitgestellten - Milliardenhilfen deutlich geringer ausfallen.

Wie am Dienstagabend bekannt wurde, scheint das Milliarden-Hilfspaket für Portugal mittlerweile zu stehen. Die Verhandlungen mit den Vertretern der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) seien erfolgreich abgeschlossen worden, teilte der geschäftsführende portugiesische Regierungschef Jose Socrates in Lissabon mit. Den genauen Umfang der Finanzhilfe gab Socrates allerdings vorerst nicht bekannt. "Wir haben ein gutes Abkommen erzielt", sagte der Sozialist lediglich. Später wurde von Insidern eine Summe von 78 Milliarden Euro genannt. Portugal musste als drittes europäisches Land um Finanzhilfe bitten.

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