08.01.2022 05:54 |

„Krone“-Kommentar

Klimaziel: Das tolle Wunder gibt es nicht

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Um alle Missverständnisse gleich auszuräumen: Es ist absolut richtig, ehrgeizige Klimaziele festzulegen. Das darf jedoch nicht dazu führen, dass Klimaziele wie Götzen in die Auslage gestellt werden, die mit Sicherheit nicht erreichbar sind. Da wird ein Wunder angepriesen, das nicht stattfinden kann, weil die Voraussetzungen dafür fehlen, bestenfalls Teilerfolge bleiben realistisch.

Da hat man das EAG (Erneuerbaren Ausbau Gesetz) geschaffen. Alles wunderbar, Österreich soll bis 2030 zu 100 Prozent Ökostrom haben, bis 2040 ist dann das CO2 im Griff. Bevor Sie jetzt heftig Beifall klatschen: Das wird sich - leider - nicht ausgehen.

Warum? Es wäre unglaublich viel mehr elektrische Energie nötig, als wir jetzt haben - und auch in Zukunft nicht haben werden. Zusätzliche 27 Terawattstunden sehen die Planungen vor, ein neues Wasserkraftwerk schafft zum Beispiel aber nur fünf davon, Bewilligungen und Bau dauern viele Jahre. Wo und wie sollen all diese Wasserkraftwerke entstehen?

Gegen die favorisierten alternativen Solarpaneele und Windräder gibt es Protestlawinen von Anrainern, die diese Projekte um viele Jahre verzögern. Und auch bei dem „Standort-Sicherungs-Beirat“, der für ausgewählte Großvorhaben Empfehlungen aussprechen könnte, gibt es null (!) Projekte. „Wir bewegen uns in einem Planungs-Nirvana, das sich nicht auflösen lässt“, kommentiert das zum Beispiel Siemens-General Wolfgang Hesoun. Das EAG sei ein Gesetz, das nicht realisierbar sei. Das Wunder, die gesetzten Klimaziele so zu erreichen, wird es nicht geben. Es wird mehr Realismus brauchen!

Georg Wailand
Georg Wailand
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